„Mein Kind! – dieses Kind! – er hat es verkauft! Dort ist sein Herr!“ sagte sie, nach dem Kentucky-Ufer hindeutend. „O Mr. Symmes, Sie haben auch ein Kind!“
„Das habe ich,“ sagte der Mann, während er rauh, aber gütig sie das steile Ufer hinaufzog. „Ueberdieß bist Du eine brave Dirne. Ich achte Muth, wo ich ihn auch immer finde.“
Als Beide die Höhe des Ufers erreicht hatten, stand der Mann still.
„Ich möchte gern was für Dich thun,“ sagte er, „aber ich weiß keinen Ort, wo ich Dich hinbringen könnte. Das Beste, was ich thun kann, ist, daß ich Dir rathe, dort hinzugehen,“ sagte er, auf ein großes, weißes Gebäude deutend, welches isolirt an der Hauptstraße des Dorfes stand. „Geh dort hin; das sind gute Leute. Dort ist keine Gefahr für Dich, – die werden Dir helfen, – die sind in solchen Fällen immer bereit.“
„Gott segne Sie!“ rief Elisa inbrünstig.
„Keine Ursache, gar keine Ursache,“ sagte der Mann. „Was ich gethan habe, hat gar nichts zu bedeuten.“
„O, und nicht wahr, Herr, – Sie werden's Niemanden sagen?“
„Geh' zum Donnerwetter, Mädchen! Wofür hältst Du Einen? Versteht sich – nein,“ sagte der Mann. „Komm nun, geh' zu, wie eine brave, vernünftige Dirne, was Du bist. Hast Dir Deine Freiheit gewonnen und sollst sie behalten, so weit ich's helfen kann.“
Elisa wickelte ihr Kind dichter an ihren Busen, und schritt fest und eilig weiter. Der Mann blieb stehen und schaute ihr nach.
„Shelby wird dies vielleicht nicht gerade für 'nen sehr nachbarlichen Dienst halten, – aber was soll ein Mensch thun? Wenn er eine von meinen Dirnen auf demselben Striche findet, so mag er mir zurückzahlen. Hab's nie mit ansehen können, wie die armen Kreaturen rennen und keuchen, um sich zu retten, und dann die Hunde hinten drein. Weiß auch überhaupt nicht, warum ich für andere Leute jagen und fangen soll.“