„Schon gut, versteht sich, laßt 's nur so gehen,“ sagte Haley unruhig: – „Ihr fangt mir den Jungen dafür; – weiß ja, Tom, Ihr habt immer ehrlich mit mir gehandelt, und Euer Versprechen gehalten.“

„Ihr wißt's,“ sagte Tom, „daß ich keinen von Euren Schleich- und Schniffelwegen habe, aber ich will auch selbst den Teufel nicht belügen in meinem Geschäfte; – was ich sage, das halt' ich, – Ihr wißt das, Dan Haley!“

„Ganz recht, ganz recht, ich sagt's schon,“ entgegnete Haley, „und wenn Ihr mir nur versprechen wollt, den Jungen in acht Tagen oder so an irgend 'nen bestimmten Ort zu bringen, – das ist Alles, was ich will.“

„Aber, 's ist nicht Alles, was ich will, – lange nicht, –“ sagte Tom. „Ihr müßt nicht denken, ich bin mit Euch in Natchez im Geschäfte gewesen für nichts, Haley; – ich hab's gelernt von Euch 'nen Aal festzuhalten, wenn ich ihn gefangen habe. Ihr müßt mir fünfzig Dollar spucken, baar Geld, – oder mit dem Kinde geht's keinen Schritt vorwärts – kenne Euch!“

„Was, wenn Ihr ein Geschäft macht, was Euch 'en tausend oder sechszehnhundert rein einbringt, Tom, – das ist unbillig,“ sagte Haley.

„Ja, und haben wir denn nicht Geschäfte auf fünf Wochen vollauf, – mehr als wir machen können? Und wenn wir nun Alles liegen lassen und rennen hinter Eurem Jungen her und kriegen endlich 's Weibsstück doch nicht, – und Weibsvolk ist teufelmäßig zu fangen, – was dann? Werdet Ihr uns dann einen Cent bezahlen, – he, wollt Ihr? O ja, ich seh's Euch schon thun, – uf! – Nein, nein, Ihr schmeißt Eure fünfzig Dollar 'raus. Wenn wir 's Geschäft machen und 's lohnt sich, so sollt Ihr sie zurück haben; wenn nicht, so ist's für unsre Mühe, – das ist nicht mehr als billig, nicht wahr, Marks?“

„Versteht sich, versteht sich,“ sagte Marks mit versöhnendem Tone, – „'s ist nur ein Kostenvorschuß, versteht Ihr – he! he! he! – wir sind Advokaten. Wohl, wir müssen Alle bei guter Laune bleiben – versteht Ihr. Tom bringt Euch den Jungen wohin Ihr ihn haben wollt, – nicht wahr, Tom?“

„Wenn ich 's Junge finde, will ich's nach Cincinnati bringen und bei Granny Betcher, am Strande, lassen,“ sagte Locker.

Marks hatte inzwischen aus seiner Tasche eine schmutzige Brieftasche hervorgeholt, aus welcher er ein langes Papier herausnahm, sich niedersetzte und seine stechenden, schwarzen Augen darauf heftend, dessen Inhalt halblaut und abgebrochen zu lesen begann: „Barnes – Shelby Distrikt – Bursche Jim, dreihundert Dollar, todt oder lebendig. – Edwards – Dick und Luey – Mann und Frau, sechshundert Dollar; – Weib Polly mit zwei Jungen – sechshundert für sie oder ihren Kopf.“

„Ich laufe grade nur unsre Liste über, um zu sehen, ob wir das Geschäft handlich übernehmen können. Locker,“ sagte er nach einer Pause, „ich denke, wir müssen Adams und Springer auf die Spur setzen; die sind schon 'ne gute Weile hier notirt.“