„Ich konnte nicht anders! Es ist eine Schande, sage ich! – Sieh' hier, Onkel Tom,“ fügte er dann hinzu, seinen Rücken gegen die Schmiede wendend und in geheimnißvollem Tone sprechend: „ich habe Dir meinen Dollar gebracht!“

„O, ich kann ihn ja nicht annehmen, Master Georg, nein, um Alles in der Welt nicht!“ sagte Tom ganz gerührt.

„Aber Du sollst ihn nehmen!“ sagte Georg; „sieh' hier, – ich sagte es Tante Chloë, daß ich's thun wollte, und sie hat mir den Rath gegeben, ein Loch hineinzubohren und eine Schnur hinein zu ziehen, so, nun kannst Du ihn um den Hals hängen und ihn verstecken; sonst würde dieser gemeine Räuber ihn Dir wegnehmen. Ich sage Dir, Tom, ich möchte mit ihm anbinden! es würde mir gut thun!“

„Nein, thun Sie 's nicht, Master Georg, denn es würde mir nichts Gutes bringen!“

„Wohl, ich will es nicht thun, um Deinetwillen,“ sagte Georg, seinen Dollar geschäftig um Tom's Hals hängend; „aber nun knöpfe Deinen Rock fest drüber zu und bewahre ihn, und jedes Mal, wenn Du ihn ansiehst, so denke daran, daß ich zu Dir hinunter kommen will und Dich zurück holen. Ich habe mit Tante Chloë darüber gesprochen; ich habe ihr gesagt, daß sie nichts fürchten soll; ich will dafür sorgen, und ich will Vater'n zu Tode ärgern, wenn er 's nicht thut!“

„O Master Georg, Sie müssen nicht so von Ihrem Vater reden.“

„Gott, Onkel Tom, ich meine ja nichts Böses!“

„Und nun, Master Georg,“ fuhr Onkel Tom fort, „Sie müssen immer ein guter Sohn sein; bedenken Sie, wie viele Herzen da sind, die an Ihnen hängen. Halten Sie immer fest an Ihrer Mutter und fallen Sie nie in solche thörichten Wege, wie Knaben sie manchmal haben, und wollen zu groß sein, um auf ihre Mutter zu hören. Will Ihnen was sagen, Master Georg, der Herr gibt manche gute Dinge zweimal, aber 'ne Mutter gibt er nur einmal. Sie werden nie wieder 'ne solche Frau finden, Master Georg, und wenn Sie hundert Jahr alt werden. Also nun, Sie halten fest an ihr, und werden groß, und werden ihr Trost sein, – da, das ist mein guter Sohn, – nicht wahr, Sie wollen?“

„Ja, ich will, Onkel Tom,“ sagte Georg ernsthaft.

„Und sein Sie vorsichtig was Sie sprechen, Master Georg. Junge Leute, wenn sie in Ihr Alter kommen, sind eigenwillig, manchmal, – 's ist Natur; aber wirkliche Gentlemen, wie Sie einer sein werden, ich hoffe, lassen nie Worte fallen über ihre Eltern, die nicht ehrerbietig sind. Sie sind doch nicht böse, Master Georg?“