„O nein, gewiß nicht, Onkel Tom; Du hast mir immer gute Lehren gegeben.“

„Bin älter, Sie wissen,“ sagte Tom, indem er die schönen lockigen Haare des Knaben mit seiner großen starken Hand strich, aber dabei mit einer Stimme sprach, die so weich wie die eines Weibes war, „und ich sehe Alles was in Ihnen steckt, – Klugheit, Stand, Lesen, Schreiben, – und Sie werden aufwachsen und ein großer, gelehrter, guter Mann sein, und alle Leute im Orte, und Ihr Vater und Ihre Mutter werden stolz auf Sie sein. Sein Sie auch ein guter Herr, wie Ihr Vater, – und ein guter Christ, wie Ihre Mutter. Denken Sie an Ihren Schöpfer in den Tagen wo Sie jung sind, Master Georg.“

„Ja, ich will wirklich gut sein, Onkel Tom, ich gelobe 's Dir!“ sagte Georg, „und sei Du nicht muthlos. Ich will Dich auf jeden Fall zu uns zurück haben. Wie ich Tante Chloë diesen Morgen gesagt habe, – ich will Dein Haus neu ausbauen lassen und Du sollst ein eignes Zimmer haben mit einem Teppich darin, wenn ich ein Mann bin. O, Du sollst noch gute Zeiten haben!“

Haley trat in die Thüre der Schmiede mit den Handeisen in der Hand.

„Hört, Mister Haley,“ sagte Georg mit einer Miene großer Ueberlegenheit, während er aus dem Wagen sprang, „ich werde es meinen Eltern anzeigen, wie Ihr Onkel Tom behandelt!“

„Soll mir lieb sein,“ sagte der Händler.

„Ich sollte denken, Ihr müßtet Euch schämen, Euer ganzes Leben lang Männer und Weiber aufzukaufen und sie wie Vieh zusammen zu schließen! Ich sollte meinen, Ihr müßtet Euch selbst abscheulich vorkommen!“ sagte Georg.

„So lange Eure vornehmen Leute noch Männer und Weiber kaufen wollen, – bin ich so gut wie jene,“ sagte Haley; „'s ist nicht schlechter verkaufen, als kaufen.“

„Ich werde keines von beiden thun, wenn ich ein Mann bin,“ sagte Georg. „Ich schäme mich heut, daß ich ein Kentuckier bin; – früher war ich immer stolz darauf.“ Und Georg saß auf seinem Pferde so grade, und blickte mit einer solchen Miene um sich, als erwarte er, daß der ganze Staat davon durchdrungen werden solle.

„Leb' wohl, Onkel Tom, behalte guten Muth!“ sagte Georg.