»Was, Master?« sagte Tom mit innigem Tone.
»Ich sterbe!« entgegnete St. Clare, seine Hand drückend, — »bete!«
»Verlangen Sie vielleicht nach einem Geistlichen?« sagte der Arzt.
St. Clare schüttelte unruhig mit dem Kopfe und wiederholte in noch dringenderem Tone zu Tom gewendet: »bete!«
Und Tom begann zu beten, aus vollem Herzen, für die Seele, die im Begriff war zu scheiden, — die Seele, die so ruhig und so traurig aus den großen, melancholischen, blauen Augen blickte. Es war im eigentlichsten Sinne des Wortes »ein Gebet unter Schreien und Thränen.«
Als Tom aufgehört hatte, ergriff St. Clare seine Hand, und blickte ihn wehmüthig an, aber sagte nichts. Er schloß seine Augen, aber hielt seine Hand fest, denn vor den Thoren der Ewigkeit ruhen die schwarze und die weiße Hand mit gleich warmem Drucke in einander. Er murmelte leise und mit Unterbrechungen vor sich hin:
»Recordare Jesu pie —
Ne me perdas — illa die
Quaerens me — sedisti lassus.«
Es war deutlich erkennbar, daß die Worte, welche er am Nachmittage gesungen hatte, seinem Geiste vorschwebten, — Worte der Bitte an eine unendliche Barmherzigkeit gerichtet. Seine Lippen bewegten sich mit Unterbrechungen, während Bruchstücke der Hymne von seinen Lippen flossen.