»Ja, Madame,« wiederholte Topsy mit einem neuen Seufzer.
»Gut, das untere Betttuch mußt Du über das Pfühl ziehen, — so, — und es glatt unter die Matratze einschlagen, — so, siehst Du?«
»Ja, Madame,« sagte Topsy mit gespanntester Aufmerksamkeit.
»Aber das obere Betttuch,« fuhr Miß Ophelia fort, »muß auf diese Weise herabgelegt und am Fußende glatt und fest eingeschlagen werden, — so, — mit dem schmalen Saum unten.«
»Ja, Madame,« sagte Topsy wie zuvor, — allein wir wollen hinzufügen, was Miß Ophelia nicht bemerkt hatte, daß nämlich während der Zeit, wo die gute Dame im Eifer ihrer Verrichtungen ihrer Schülerin den Rücken zugedreht, diese ein Paar Handschuhe und ein Band zu erhaschen gewußt und diese geschickt in ihren Aermel geschoben hatte, worauf sie mit gefalteten Händen wieder so ehrerbietig wie zuvor dastand.
»Nun, Topsy, laß mich sehen, wie Du dies machst,« sagte Miß Ophelia, die Betttücher wieder herabreißend und sich setzend.
Topsy ging hierauf mit großem Ernste und großer Geschicklichkeit durch den ganzen Prozeß zu Miß Opheliens großer Zufriedenheit; sie legte die Betttücher glatt, beseitigte jede Falte, und zeigte während der ganzen Verrichtung einen Ernst, an dem ihre Lehrerin nicht geringes Gefallen fand. Allein aus einer unglücklichen Schlitze ihrer Aermel kam ein Stückchen des Bandes zum Vorschein, grade in dem Augenblicke, als sie ihr Geschäft beendigte und fiel Miß Ophelien in's Auge. Augenblicklich sprang diese darauf zu. »Was ist dies? Du ungezogenes, böses Kind, — Du hast dies gestohlen!«
Das Band wurde aus Topsy's Aermel hervorgezogen, aber Topsy wurde dadurch durchaus nicht außer Fassung gebracht, sondern blickte darauf nur mit einer Miene überraschter Unschuld.
»O, ah, das ist Miß Feely's Band! Wie sich das nur in meinem Aermel hat fangen können?«
»Topsy, Du unartiges Kind, sage mir keine Lügen, — Du hast das Band gestohlen!«