Der Fremde legte seine Hände an das fragliche Werkzeug und entgegnete trocken:

»Hart genug! und, wie ich vermuthe, hat die Praxis Euer Herz eben so hart gemacht.«

»Ja, ja, kann sein,« erwiederte Simon mit herzlichem Lachen. »Glaube, 's nicht viel Weiches in mir zu finden. Ich sage Euch, es kommt keiner über mich! Nie kommt ein Nigger um mich herum, weder mit Schreien, noch mit weicher Seife, — das ist gewiß!«

»Ihr habt einen hübschen Trupp hier.«

»O ja,« sagte Simon. »Da ist der Tom, — habe gehört, es soll ein ausgezeichneter Kerl sein. Er kostet mich viel Geld, weil ich ihn als Kutscher oder als Verwalter gebrauchen wollte; nur die Ideen müssen erst aus ihm heraus, die er dadurch gelernt hat, daß er behandelt worden ist, wie Niggers nie behandelt werden sollten, — dann wird er ganz vortrefflich sein! Das gelbe Weib sieht mir etwas kränklich aus, aber ich will doch noch aus ihr herausdrücken, was sie werth ist. Ein oder zwei Jahre hält sie noch vor. Schone meine Niggers nicht; — verbrauche sie und kaufe neue, — 's macht weniger Umstände und 's kommt mir am Ende billiger zu stehen,« sagte Simon, sein Glas schlürfend.

»Und wie lange halten sie gewöhnlich aus?« fragte der Fremde.

»Weiß nicht genau; 's hängt von der Constitution ab. Stämmige Bursche sechs oder sieben Jahre; schwache sind in zweien oder dreien fertig. Im Anfang hatt' ich schrecklich viel Umstände, weil ich sie erhalten wollte, — und dokterte, wenn sie krank waren, und ihnen Kleidungsstücke und Decken gab, und 's ihnen bequem machen wollte. Jetzt aber, seht, treibe ich sie grade durch, krank oder gesund, und wenn ein Nigger todt ist, so kauf' ich 'nen andern, und 's ist viel bequemer und billiger, find' ich.«

Der Fremde wendete sich ab und setzte sich neben einen Herrn nieder, welcher der ganzen Unterhaltung mit unterdrücktem Unwillen zugehört hatte.

»Sie dürfen die südlichen Pflanzer nicht nach diesem Kerl beurtheilen,« sagte er.

»Ich hoffe nicht,« entgegnete der junge Mann mit Nachdruck.