»Es ist ein niedriger, gemeiner, viehischer Kerl,« sagte der Andere.

»Und dennoch erlauben ihm Ihre Gesetze, so viele menschliche Wesen seinem unbeschränkten Willen unterworfen zu halten, ohne daß diese auch nur einen Schatten von Schutz haben; und so gemein er ist, so müssen Sie dennoch zugestehen, daß es Viele seiner Art gibt.«

»Mag sein,« entgegnete der Andere, »aber es gibt auch viele menschenfreundliche Männer unter den Pflanzern.«

»Zugestanden,« sagte der junge Mann; »aber meiner Ansicht nach sind grade Ihre menschenfreundlichen Männer für alle Unmenschlichkeit verantwortlich, die von diesen Elenden verübt wird; denn ohne ihre Billigung und ihren Einfluß könnte sich das ganze System nicht eine Stunde halten. Wenn es keine anderen Pflanzer gäbe, als solche,« sagte er, mit dem Finger auf Legree deutend, welcher ihnen den Rücken zugewendet hatte, »so würde die ganze Sache wie ein Mühlstein zu Grunde gehen. Es ist grade Ihre Menschenfreundlichkeit, die diese Unmenschlichkeit beschützt.«

»Sie müssen viel Vertrauen zu meiner Gutmüthigkeit haben,« sagte der Pflanzer lächelnd; »aber ich würde Ihnen doch rathen, nicht so laut zu sprechen, da sich hier viele Personen auf dem Boote befinden, die nicht ganz so tolerant sein dürften. Sie thun besser, zu warten, bis Sie auf meiner Plantage sind; dann mögen Sie uns Alle schmähen, so viel Sie wollen.«

Der junge Mann erröthete und lächelte, und Beide waren bald darauf beim Puffspiele beschäftigt. Inzwischen fand am unteren Ende des Bootes eine andre Unterhaltung zwischen Emmelinen und der Mulattin Statt, mit der sie zusammengekettet war. Sie theilten sich, wie es natürlich war, Einzelnheiten ihrer Geschichte mit.

»Wem gehörst Du?« fragte Emmeline.

»Mein Herr war Mr. Ellis, in Leveestreet. Vielleicht hast Du das Haus gesehen.«

»War er gut gegen Dich?« fragte Emmeline weiter.

»Meistens, bis er krank wurde. Er lag länger als sechs Monate krank, und wurde schrecklich ungeduldig. Er wollte keinen Menschen Tag und Nacht ruhen lassen, und kein Mensch konnt' ihm 'was zu Dank thun. Jeden Tag wurd' er schlimmer, und hielt mich alle Nächte wach, bis ich ganz hin war und nicht mehr wachen konnte; und weil ich 'mal in einer Nacht einschlief, wurd' er so schrecklich gegen mich, und sagte, er wolle mich an den bösesten Herrn verkaufen, den er finden könnte! und doch versprach er mir meine Freiheit, als er starb.«