»Master sah' mich 'nen Affen fangen, Jungens hoch, Jungens hoch! Er hätte sich vor Lachen bald aufgehangen, Ho, ho, ho, Jungens, ho!«
wozu die ganze Gesellschaft den Chor sang:
»Ho! ho! ho! Jungens, ho! Ho, he, ho! ho, he, ho!«
Es wurde von Allen sehr laut, und mit einem erzwungenen Versuche zur Fröhlichkeit gesungen; aber nicht das flehendste Gebet um Hülfe, nicht die verzweiflungsvollste Klage hätte ein so tiefes Weh auszudrücken vermocht, wie in den wilden Klängen dieses Chores lag. Als wenn das arme, stumme Herz, bedroht und in Fesseln geschlagen, zu dem unartikulirten Heiligthume der Musik seine Zuflucht genommen, und darin die Sprache gefunden hätte, in der es sein Gebet zu Gott empor senden wollte! Es lag ein Gebet darin, aber Simon konnte es nicht hören. Er hörte nur den lauten, lärmenden Gesang der Sklaven, und war zufrieden damit; er hatte sie »lustig« gemacht.
»Nun, meine liebe Kleine,« sagte er, sich zu Emmelinen wendend, und seine Hand auf ihre Schulter legend, »wir sind nun bald zu Hause.«
Wenn Legree fluchte und stürmte, war Emmeline erschreckt; aber wenn er sie berührte, und mit ihr sprach, wie er jetzt that, so war es ihr, als wolle sie sich lieber von ihm mißhandeln lassen. Der Blick seiner Augen machte ihr Herz stocken, und ihre Haut schaudern. Unwillkürlich drängte sie sich dichter an die Seite der Mulattin, als wenn sie ihre Mutter wäre.
»Du hast noch nie Ohrringe getragen,« sagte er, mit seinen groben Fingern ihre zarten Ohren anfassend.
»Nein, Master!« entgegnete Emmeline zitternd und mit gesenkten Blicken.
»Wohl, Du sollst ein Paar haben, wenn wir nach Hause kommen, wenn Du artig sein willst. Brauchst Dich nicht zu fürchten: Du sollst keine schwere Arbeit verrichten. Kannst gute Zeit bei mir haben, und wie eine Dame leben, — wenn Du artig sein willst.«