»Gewiß hab' ich's gethan.«

Diese beiden farbigen Männer waren die obersten Arbeiter auf der Plantage. Legree hatte sie in Rohheit und Brutalität so systematisch erzogen und abgerichtet wie seine Bulldogs, und hatte durch lange Uebung in Härte und Grausamkeit ihre ganze Natur ziemlich auf denselben Stand von Fähigkeiten reducirt. Es ist eine gewöhnliche Erfahrung, die gegen den Charakter der Rasse stark zu sprechen scheint, daß nämlich der schwarze Aufseher immer tyrannischer und grausamer ist als der weiße. Es gilt dies aber von dieser Rasse nicht mehr als von jedem andern unterdrückten Geschlechte auf der ganzen Erde. Der Sklave ist stets ein Tyrann, sobald sich ihm Gelegenheit dazu darbietet.

Legree, gleich andern Potentaten, von denen wir in der Geschichte lesen, beherrschte seine Plantage mit Hülfe einer gewissen Trennung der Kräfte. Sambo und Quimbo haßten sich gegenseitig von ganzem Herzen; die Plantagen-Arbeiter haßten beide eben so sehr; und indem er den Einen gegen den Andern anhetzte, war er dessen gewiß, von einem dieser drei Theile zu erfahren, was in der Plantage vorging.

Niemand kann ganz ohne geselligen Verkehr leben, und Legree ermunterte deßhalb seine beiden schwarzen Satelliten zu einer Art roher Familiarität mit ihm, die jedoch zu jedem Augenblicke den Einen oder den Andern in eine mißliche Lage bringen konnte; denn bei der geringsten Veranlassung stand einer von ihnen stets bereit, auf einen gegebenen Wink seine Rache gegen den Andern auszuüben.

Wie sie jetzt neben Legree standen, erschienen sie als eine passende Versinnlichung der Wahrheit, daß viehische Menschen selbst noch tiefer stehen als Thiere. Ihre rohen, dunklen, schweren Züge; ihre großen Augen, die neidisch einander betrachteten; ihre barbarische, thierähnliche Gutturalsprache; ihre zerrissenen Kleidungsstücke, die im Winde flatterten, standen in bewunderungswürdiger Harmonie mit dem gemeinen, ungesunden Charakter der ganzen Besitzung.

»Hier, Sambo,« sagte Legree, »bringe diese Burschen nach den Quartieren; und hier ist ein Weib, das ich Dir mitgebracht habe,« sagte er, indem er die Mulattin von Emmelinen trennte, und sie ihm zustieß. »Du weißt, ich versprach Dir eins.«

Die Frau erschrack, und sagte ängstlich, sich zurückziehend: »O Master, ich habe meinen alten Mann in New-Orleans gelassen.«

»Was soll das heißen, Du —; brauchst Du hier keinen Mann? Keine Worte: — fort mit Dir!« sagte Legree, während er die Peitsche aufhob.

»Komm', Mistreß,« sagte er darauf zu Emmelinen gewendet, »Du gehst mit mir diesen Weg.«

Ein dunkles, wildes Gesicht wurde einen Augenblick lang am Fenster des Hauses sichtbar, und als Legree die Thüre öffnete, sagte eine weibliche Stimme Etwas in schnellem und befehlendem Tone. Tom, der Emmelinen mit ängstlichem Interesse nachblickte, nahm dies wahr, und hörte Legree ärgerlich antworten: »Du hältst Deinen Mund! Ich werde thun, was mir gefällt, und mich um Dich nicht kümmern!«