Sie stützte ihre kleine, zarte Hand auf das Fenstersims und sah sie unverwandt an. Es lag eine Welt von Angst, Verachtung und grimmiger Bitterkeit in ihren schwarzen Augen. »Wär' es eine Sünde, die Welt von einem solchen Elenden zu befreien?« sagte sie für sich.
Sie drehte sich schnell um, ging zu einer Hinterthür, schlüpfte hinauf und klopfte an Emmelinens Thür.
Sechsunddreißigstes Kapitel.
Emmeline und Cassy.
Cassy trat in das Zimmer und fand Emmeline blaß vor Furcht im äußersten Winkel desselben sitzen. Als sie hereinkam, fuhr das Mädchen erschrocken auf; aber als diese sah, wer es war, stürzte sie hervor, ergriff Cassy's Arm und sagte: »O, Cassy, Ihr seid es? Ich bin froh, daß Ihr gekommen seid! Ich fürchtete, es wäre —. O, Ihr wisset nicht, was für ein schauerlicher Lärm diese ganze Nacht unten gewesen ist!«
»Ich sollte das kennen,« sagte Cassy trocken. »Ich habe es oft genug gehört!«
»O, Cassy, sagt mir doch nur ja, können wir nicht von diesem Orte wegkommen? Ich kümmere mich nicht darum, wohin — in die Sümpfe unter die Schlangen — irgendwohin?«
»Nirgendhin, es sei denn in unsre Gräber,« sagte Cassy.
»Habt Ihr es je versucht?«
»Ich habe es nur zu oft versuchen sehen und was dabei herauskommt,« sagte Cassy.