»Ich wollte gern in den Sümpfen leben und Baumrinde nagen. Ich fürchte mich nicht vor Schlangen! Ich wollte lieber eine Schlange bei mir haben, als ihn,« sagte Emmeline heftig.

»Es sind ziemlich Viele hier Deiner Meinung gewesen,« sagte Cassy. »Aber Du könntest nicht in den Sümpfen bleiben — die Hunde würden Dich ausspüren und zurückbringen, und dann — dann —«

»Was würde er thun?« sagte das Mädchen, indem sie ihr mit athemloser Spannung ins Gesicht schaute.

»Was würde er nicht thun, frage lieber,« sagte Cassy. »Er hat sein Handwerk unter den Räubern Westindiens gut gelernt. Du würdest nicht viel schlafen, wenn ich Dir erzählte, was ich gesehen habe — was er zuweilen als gute Spässe erzählt. Ich habe Schreie hier gehört, die ich wochenlang nicht habe aus dem Ohre los werden können. Da ist unten bei den Hütten ein entlegener Ort, wo man einen schwarzen verdorrten Baum und den ganzen Boden mit schwarzer Asche bedeckt sehen kann. Frage nur irgend Einen, was da geschehen ist, und siehe zu, ob er wagen wird, es Dir zu sagen.«

»Was wollt Ihr damit sagen?«

»Ich will es Dir nicht sagen. Ich denke nicht gern daran; und ich sage Dir, Gott allein weiß, was wir morgen sehen werden, wenn jener arme Kerl fortfährt, wie er angefangen hat.«

»Schauderhaft!« sagte Emmeline, indem ihr jeder Blutstropfen aus den Wangen trat. »O, Cassy, sagt mir doch nur, was ich thun soll!«

»Was ich gethan habe. Thu' Dein Bestes; thu' was Du mußt, und mache es durch Haß und Verwünschung wieder gut!«

»Er wollte mich von seinem verhaßten Branndwein trinken lassen,« sagte Emmeline; »und ich hasse ihn so —«

»Trinkt lieber,« sagte Cassy. »Ich haßte ihn auch; und jetzt kann ich nicht ohne ihn leben. Man muß etwas haben; die Sachen sehen nicht so schrecklich aus, wenn man den nimmt.«