»Herr Legree,« sagte Tom, »ich kann es nicht thun. Ich habe nur gethan, was ich für recht gehalten habe. Ich werde es jedes Mal gerade wieder so machen. Ich werde nie eine Grausamkeit begehen, komme, was da wolle.«

»Ja, aber Du weißt nicht, was kommen will, Master Tom. Du denkst, was Du gekriegt hast, ist etwas. Ich sage Dir, 's ist nichts — gar nichts. Wie würde es Dir gefallen, an einen Baum gebunden zu werden, und ein langsames Feuer um Dich angezündet zu haben? Wäre das nicht angenehm — he, Tom?«

»Master,« sagte Tom, »ich weiß, Ihr könnt Schreckliches thun; aber« — er streckte sich aufwärts und faltete die Hände, — »aber nachdem Ihr den Leib getödtet habt, könnt Ihr nichts mehr thun. Und o, dann folgt alle Ewigkeit

Ewigkeit — das Wort durchbebte die Seele des schwarzen Menschen mit Licht und Kraft, als er sprach — es durchzuckte auch des Sünders Seele wie Scorpionenbiß. Legree knirschte mit den Zähnen, aber Wuth hielt ihn still, und Tom sprach, wie ein aus der Knechtschaft befreiter Mensch, mit klarer und heitrer Stimme:

»Master Legree, Ihr habt mich gekauft, und ich will Euch ein treuer und redlicher Diener sein. Ich will Euch alle Arbeit meiner Hände geben, alle meine Zeit, alle meine Kraft, aber meine Seele will ich keinem Sterblichen opfern. Ich will am Herrn festhalten, und seine Gebote vor Allem befolgen, mag ich leben oder sterben, darauf verlaßt Euch. Master Legree, ich fürchte den Tod nicht im Geringsten. Ich sterbe eben so gern wie nicht. Ihr könnt mich zu Tode peitschen, verhungern, verbrennen lassen, es bringt mich nur früher dahin, wohin ich mich sehne.«

»Ich will Dich doch nachgiebig machen, ehe ich mit Dir fertig bin!« sagte Legree wüthend.

»Ich werde Hülfe bekommen,« sagte Tom. »Ihr könnt es nicht.«

»Wer zum Teufel wird Dir helfen?« sagte Legree verächtlich.

»Der allmächtige Gott!« sagte Tom.

»Hol Dich der Teufel!« sagte Legree, indem er Tom mit einem Faustschlage zu Boden streckte.