Die Thür öffnete sich und eine Frau von achtbarem Aeußern und mittleren Jahren trat ein, den kleinen Harry an der Hand, der in Mädchenkleider gehüllt war.
»Was für ein hübsches Mädchen er abgibt,« sagte Elise, indem sie ihn herumdrehte. »Wir nennen ihn Harriet, paßt der Name nicht hübsch?«
Das Kind stand da und betrachtete seine Mutter ernst und schweigend in ihrem neuen und fremdartigen Anzuge, während es zuweilen tief seufzte und unter seinen dunkeln Locken hervor scheue Blicke auf sie heftete.
»Kennt Harry Mama?« sagte Elise, indem sie die Hände gegen ihn ausstreckte.
Das Kind hing sich furchtsam an die Frau.
»Komm, Elise, warum versuchst Du, ihn zu liebkosen, da Du doch weißt, daß er sich fern von Dir zu halten hat?«
»Ich weiß, 's ist thöricht,« sagte Elise, »aber ich kann es nicht ertragen, daß er sich von mir abwendet. Doch komm — wo ist mein Mantel? Hier — wie nehmen die Männer den Mantel um, Georg?«
»Du mußt ihn so tragen,« sagte ihr Mann, indem er denselben über die Schultern warf.
»So also,« sagte Elise, indem sie die Bewegung nachahmte; »und ich muß fest auftreten und große Schritte machen, und dreist auszusehen suchen.«
»Gib Dir keine Mühe,« sagte Georg. »Es gibt hier und da auch bescheidene junge Männer; und ich glaube, es wird Dir leichter werden, diese Rolle zu spielen.«