Tom hörte die Botschaft mit ahnendem Herzen; denn er kannte den ganzen Plan von dem Entweichen der Flüchtlinge; und den Ort ihres gegenwärtigen Verstecks. Er kannte den wilden Charakter des Mannes, mit dem er zu thun hatte, und dessen grausame Gewalt. Aber er fühlte sich stark in Gott, lieber dem Tode zu begegnen, als die Hülflosen zu verrathen.

Er setzte seinen Korb in die Reihe nieder, blickte auf und sagte: »In deine Hände befehle ich meinen Geist! Du hast mich erlöset, Gott der Wahrheit!« und dann überließ er sich ruhig dem rohen, thierischen Griffe womit ihn Quimbo packte.

»Ja, ja!« sagte der Riese, als er ihn entlang schleppte, »wirst 's nun kriegen! Will verdammt sein, wenn Master nicht grimmig wild ist! Hilft nun kein Wegschleichen mehr! Ich sage Dir, Du wirst 's kriegen, das steht fest! Nun sieh zu, was Du für ein Gesicht machen wirst, Masters Nigger helfen davon zu laufen! Wirst's sehen, was Du kriegst!«

Keines der wilden Worte erreichte sein Ohr — eine höhere Stimme sagte dann: »Fürchte Dich nicht vor denen, die den Leib tödten, und dann nichts mehr thun können!«

Diese Worte durchbebten Mark und Bein des Armen, wie vom Finger Gottes berührt; und er fühlte die Kraft von tausend Seelen in einer. Als er dahin schritt, schienen die Bäume und Büsche, die Hütten seiner Knechtschaft, der ganze Schauplatz seiner Erniedrigung an ihm vorbei zu fliegen, wie eine Landschaft an dahineilenden Wagen. Das Herz schlug ihm — seine Heimath war ihm vor Augen — und die Stunde der Erlösung schien gekommen.

»Nun, Tom,« sagte Legree, indem er auf ihn los ging, ihn grimmig am Rockkragen packend und in rasender Wuth durch die Zähne sprechend, »weißt Du, ich bin entschlossen, Du sollst sterben!«

»So scheint es, Master,« sagte Tom ruhig.

»Ich habe,« sagte Legree mit grimmiger, furchtbarer Ruhe, »ebendasgethan, Tom, wenn Du mir nicht sagst, was Du von den Mädchen weißt!«

Tom schwieg.

»Hörst Du?« sagte Legree, mit den Füßen stampfend und mit einem Gebrülle wie das eines wüthenden Löwen. »Sprich!«