»Topsy!« pflegte sie dann zu ihr zu sagen, wenn alle Geduld am Ende war, »weshalb machst Du solche Streiche?«

»Weiß nicht, Missis, — glaube, weil ich so unartig bin!«

»Ich weiß nicht mehr, was ich mit Dir machen soll, Topsy.«

»Müssen mich peitschen, Missis; meine alte Missis peitschte mich immer; — kann nichts thun, wenn ich nicht gepeitscht werde.«

»Topsy, ich mag Dich nicht peitschen. Du kannst gut und artig sein, wenn Du willst; — warum willst Du nicht?«

»Bin an's Peitschen gewöhnt, Missis; — glaube 's thut mir gut,« entgegnete Topsy.

Miß Ophelia versuchte das Recept, und Topsy verursachte dann regelmäßig einen entsetzlichen Lärm, schrie, heulte und flehte, und saß eine halbe Stunde später auf irgend einem Vorsprunge des Balkons, umgeben von der Heerde ihrer jungen Bewunderer, und drückte die äußerste Verachtung über die ganze Sache aus.

»Pah, Miß Feely peitschen! — bringt keine Fliege um, ihr Peitschen. Hättet sehen sollen, wie mein alter Master 's Fleisch fliegen ließ; — alte Master verstand 's!«

Sonntags pflegte sich Miß Ophelia angelegentlichst damit zu beschäftigen, Topsy den Katechismus zu lehren. Topsy hatte ein ungewöhnliches Wortgedächtniß und lernte mit einer Leichtigkeit und Sicherheit, die für ihre Lehrerin sehr ermuthigend waren.

»Welchen Nutzen erwartest Du davon für sie?« fragte St. Clare.