Die Sterbescene hatte die natürliche Heftigkeit der jugendlichen Leidenschaft gezügelt. Die Gegenwart des Menschen war Georg nur widerlich und er fühlte nur das Verlangen, mit so wenig Worten wie möglich von ihm abzukommen.
Indem er sein scharfes, dunkles Auge auf Legree heftete, sagte er einfach, indem er auf den Todten hindeutete: »Ihr habt Alles aus ihm heraus, was Ihr habt herausbekommen können. Was soll ich Euch für den Körper zahlen? Ich will ihn mit mir nehmen und anständig beerdigen.«
»Ich verkaufe keinen todten Nigger,« sagte Legree finster. »Ihr könnt ihn begraben, wo und wann Ihr wollt.«
»Burschen,« sagte Georg in einem befehlenden Tone zu zwei oder drei Negern, welche um den Leichnam standen, »helft mir ihn zu meinem Wagen tragen; und verschafft mir einen Spaten.«
Einer von ihnen lief nach einem Spaten; die andern beiden halfen Georg den Körper nach dem Wagen tragen.
Georg sprach weder mit Legree, noch sah er denselben an; und dieser gab keine Gegenbefehle, sondern stand pfeifend da mit der Miene erzwungener Unbekümmertheit, und folgte ihnen trotzig zum Wagen, der am Thor stand.
Georg breitete seinen Mantel im Wagen aus und legte den Körper sorgfältig hinein, indem er den Sitz so ordnete, daß Platz gewonnen wurde. Dann drehte er sich um, heftete das Auge auf Legree und sagte mit erzwungener Ruhe:
»Ich habe Euch noch nicht gesagt, was ich von dieser scheußlichen Angelegenheit denke; dies ist nicht Zeit und Ort. Aber diesem unschuldigen Blute muß Gerechtigkeit werden. Ich will diesen Mord veröffentlichen. Ich werde zur nächsten Behörde gehen und Euch anklagen.«
»Das könnt Ihr!« sagte Legree, verächtlich mit den Fingern schnippend. »Ich möchte das wohl sehen. Woher wollt Ihr Zeugen nehmen? — Wie wollt Ihr es beweisen? He?«