Mrs. Shelby seufzte, und fühlte bei diesen Worten eine schwere Last auf ihr Herz fallen. Sie hatte vom ersten Augenblicke, wo sie ihres Sohnes Brief erhalten, eine ängstliche Unruhe darüber empfunden, daß hinter diesem Schleier des Schweigens noch Etwas verborgen sein möchte.

»Missis hat doch die Banknoten?« fragte Chloe besorgt.

»Ja, Chloe.«

»Weil ich meinem alten Manne gerne dieselben Noten zeigen möchte, die mir der Kuchenbäcker gegeben hat. Und dann sagte er: ›Chloe, ich wollte, Du bliebst länger hier.‹ ›Dank' Ihnen, Master,‹ sagt' ich, ›ich thät's gern, aber mein alter Mann kommt nach Hause, und Missis — sie kann mich nicht länger entbehren.‹ Das hab' ich ihm gesagt. War ein sehr guter Mann, dieser Master Jones.«

Chloe hatte hartnäckig darauf bestanden, daß dieselben Noten, in denen ihr Lohn ausgezahlt worden war, aufbewahrt werden sollten, um sie ihrem Manne als Beweis ihrer Geschicklichkeit zu zeigen; und Mrs. Shelby hatte gern eingewilligt.

»Er wird Polly gar nicht mehr kennen, — mein alter Mann. Herr! 's ist nun just fünf Jahre, daß sie ihn weg holten! Damals war sie noch ganz klein, — konnte kaum stehen. Weiß noch, wie ängstlich er immer war, wenn sie laufen wollte und immer hin fiel.«

Jetzt wurde das Rasseln von Rädern hörbar.

»Master Georg!« sagte Tante Chloe, an's Fenster eilend.

Mrs. Shelby lief nach der Thür, und befand sich gleich darauf in den Armen ihres Sohnes. Tante Chloe stand ängstlich dabei und suchte mit ihren Augen in der Dunkelheit.