»Meine arme Tante Chloe!« sagte Georg, mitleidig vor ihr stehen bleibend und ihre harte, schwarze Hand in die seinige nehmend: »ich hätte mein ganzes Vermögen darum gegeben, wenn ich ihn hätte mitbringen können; aber er ist in ein besseres Land gegangen.«
Mrs. Shelby stieß einen Schrei aus, aber Tante Chloe sagte nichts.
Alle traten hierauf in das Wohnzimmer, wo das Geld noch auf dem Tische lag, auf welches Chloe so stolz gewesen war.
»Da,« sagte sie, es zusammenraffend und mit zitternder Hand ihrer Mistreß hinhaltend, — »will nichts weiter davon sehen und hören. Grade so, wie ich mir dachte, daß es kommen würde, — verkauft und umgebracht auf den alten Plantagen!«
Chloe wandte sich um und schritt stolz zum Zimmer hinaus. Mrs. Shelby ging ihr nach, nahm sie sanft bei der Hand und zog sie auf einen Stuhl nieder, und setzte sich zu ihr.
»Meine arme, gute Chloe!« sagte sie.
Chloe lehnte ihren Kopf an die Schulter ihrer Mistreß, und schluchzte laut: »O Missis, verzeihen Sie mir, — mein Herz bricht.«
»Ich weiß es,« entgegnete Mrs. Shelby, »und ich kann es nicht heilen, aber Jesus kann es. ›Er heilet, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen.‹«
Eine Zeit lang herrschte tiefes Schweigen, und Alle weinten. Endlich setzte sich Georg neben die Trauernde, ergriff ihre Hand, und schilderte mit einfachen, aber gefühlvollen Worten ihres Mannes triumphirende Sterbescene und seine letzten Aufträge der Liebe.
Etwa einen Monat später wurden eines Morgens alle Sklaven der Shelby'schen Besitzung in die große Halle des Hauses zusammenberufen, um einige Worte von ihrem jungen Herrn zu hören.