»Aber, Chloë, willst Du denn Deine Kinder verlassen?«
»O, Missis, die Jungens sind groß genug, um zu arbeiten, — fehlt ihnen gar nichts; und Sally soll nach der Kleinen sehn, 's ist so ein munteres Ding, braucht gar nicht viel gewartet zu werden.«
»Louisville ist ziemlich weit von hier.«
»Mein Gott, fürchte mich nicht! — ist's wohl den Fluß hinunter, nahe bei meinem alten Mann vielleicht?« sagte Chloë, die letzten Worte in fragendem Tone sprechend und auf Mrs. Shelby blickend.
»Nein, Chloë, es ist noch viele hundert Meilen davon entfernt,« entgegnete Mrs. Shelby.
Chloë's Gesicht wurde traurig.
»Das thut nichts, Chloë; Du kommst ihm wenigstens näher, wenn Du dahin gehst. Ja, Du magst gehen; und jeder Cent Deines Lohnes soll zu der Wiedereinlösung Deines Mannes zurückgelegt werden.«
Wie wenn ein heller Sonnenstrahl eine dunkle Wolke versilbert, so klärte sich Chloë's dunkles Gesicht augenblicklich auf, — es strahlte förmlich.
»O Herr! wenn Missis nicht zu gut ist! — dachte gerade an dasselbe; denn ich brauche keine Kleider und keine Schuhe und nichts, — könnte jeden Cent sparen. Wie viele Wochen gibt's denn in 'nem Jahre, Missis?«
»Zweiundfünfzig,« sagte Mrs. Shelby.