Marie war beschäftigt, den Inhalt einer Kommode umzuwenden, als sie antwortete:

»Natürlich, Eva, nach einiger Zeit wirst Du schon an andere Dinge zu denken haben, als den Dienstboten die Bibel vorzulesen. Nicht, daß es unpassend wäre, — denn ich habe es, als ich noch gesund war, selbst gethan; aber wenn Du dich erst ordentlich anziehen und in Gesellschaft gehen mußt, dann hast Du keine Zeit mehr dazu. Sieh hier!« fügte sie hinzu, »diese Juwelen will ich Dir schenken, wenn Du größer bist. Ich habe sie auf meinem ersten Ball getragen. Ich kann Dir sagen, Eva, ich machte damals Sensation.«

Eva nahm den Juwelenkasten, und hob ein diamantenes Halsband auf. Ihre großen, sinnenden Augen ruhten darauf, aber es war klar, ihre Gedanken waren anderswo.

»Wie gleichgültig Du dabei aussiehst, Kind!« sagte Marie.

»Sind diese sehr viel Geld werth, Mamma?«

»Gewiß! Vater ließ sie mir von Frankreich kommen. Sie sind ein kleines Vermögen werth.«

»Ich wünschte, ich hätte sie,« sagte Eva, »um damit machen zu können, was ich wollte!«

»Was würdest Du denn damit machen?«

»Ich würde sie verkaufen, und einen Platz in den Freistaaten ankaufen, und alle unsere Leute dahin bringen, und Lehrer annehmen, um ihnen Lesen und Schreiben zu lehren.«

Eva wurde durch das Lachen ihrer Mutter unterbrochen.