»Du schüchterst ihn so ein, daß er lügt, wenn Du ihn so behandelst,« sagte Eva.
»In der That, Eva, Du hast eine solche Vorliebe für Dodo gefaßt, daß ich anfange, eifersüchtig zu werden.«
»Aber Du schlugst ihn, — und er hatte es nicht verdient.«
»Gut, so mag es für ein andres Mal gelten, wenn er's verdient, und nicht bekömmt. Ein paar Hiebe thun Dodo nie Schaden, — er ist ein arger Bursche, ich versichere Dich; aber ich will ihn nie wieder in Deiner Gegenwart züchtigen, wenn es Dir unangenehm ist.«
Eva war nicht zufriedengestellt, aber sah, daß es vergeblich sei, ihre Gefühle auszudrücken, da der hübsche Cousin sie nicht verstand.
»Wohl, Dodo, dieses Mal hast Du es besser gemacht,« sagte der junge Master mit gnädigerer Miene als vorher. »Komm nun, und halte Miß Eva's Pferd, während ich sie in den Sattel hebe.«
Dodo kam, und stand bei Eva's Pony. Sein Gesicht war traurig, und seine Augen verriethen, daß er geweint hatte.
Henrique, der sich etwas auf seine Gewandtheit in Allem, was Galanterie betraf, zu gut that, hatte seine hübsche Cousine sehr bald im Sattel sitzen, und nahm sodann die Zügel zusammen, um sie in ihre Hand zu legen. Allein Eva wendete sich nach der andern Seite zu, wo Dodo stand, und sagte, als dieser die Zügel fahren ließ: »So ist's recht, Dodo, — bist ein guter Junge, ich danke Dir!«
Dodo blickte erstaunt in das sanfte, jugendliche Gesicht, das Blut schoß ihm in die Wangen, und Thränen traten in seine Augen.