Indem er sich auf den Zehen der Glasthür näherte, und den Vorhang, welcher sie bedeckte, aufhob, blickte er hinein. Im nächsten Augenblicke machte er, den Finger auf die Lippen legend, Miß Ophelien ein Zeichen, ihm zu folgen und in das Zimmer zu blicken. Dort saßen die beiden Kinder auf dem Fußboden, während die Seiten ihrer Gesichter den Schauenden zugewendet waren: Topsy, mit ihrer gewöhnlichen Miene drolligen, sorglosen Muthwillens, und ihr gegenüber Eva, glühend im ganzen Gesichte von Gefühl, und mit Thränen in ihren großen Augen.

»Warum bist Du so unartig, Topsy? Weßhalb gibst Du Dir nicht Mühe, gut zu sein? Hast Du denn Niemanden lieb, Topsy?«

»Weiß nichts von lieb haben; habe Zuckerbrod und so 'was lieb, — weiter nichts,« sagte Topsy.

»Aber Du hast doch Deinen Vater und Deine Mutter lieb?«

»Habe nie keine gehabt; — hab's Ihnen schon gesagt, Miß Eva.«

»Ja, ich weiß,« entgegnete Eva traurig; »aber hast Du nie einen Bruder oder eine Schwester oder eine Tante oder —?«

»Nein, keinen, — gar keinen, niemals.«

»Aber Topsy, wenn Du Dir nur Mühe geben wolltest, gut zu sein, so könntest Du —«

»Könnte doch nie 'was Andres sein als ein Nigger, wenn ich auch noch so gut wäre,« sagte Topsy. »Wenn sie mir die Haut abziehen könnten, und wenn ich weiß werden könnte, dann wollt' ich 's versuchen.«