Marie erhob ihre Stimme, um Miß Ophelia aus dem nächsten Zimmer zu rufen.
Als Ophelia in das Zimmer trat, erhob sich das Kind von seinem Lager, und ließ seine langen, goldenen Locken herabfallen, indem es scherzweise sagte: »Komm, Tante, scheere das Schäfchen!«
»Was ist das?« fragte St. Clare, der gerade in diesem Augenblick in das Zimmer trat und Früchte trug, die er besonders für Eva geholt hatte.
»Papa, ich wollte gern, daß Tante von meinem Haar etwas abschnitte; es ist zu lang und macht meinen Kopf so heiß. Auch wollte ich gern etwas davon verschenken.«
Miß Ophelia erschien mit der Scheere.
»Sieh' Dich vor, — verdirb die Locken nicht!« sagte der Vater. »Schneide unterhalb, wo es nicht zu sehen ist. Eva's Locken sind mein Stolz.«
»O Papa!« sagte Eva traurig.
»Ja, und ich will, daß sie in recht hübschem Stande zu der Zeit bleiben, wo ich mit Dir nach Onkels Plantage reisen will, um Cousin Henrique zu besuchen,« sagte St. Clare in heiterem Tone.
»Ich werde nie dahin kommen, Papa, — ich gehe in ein besseres Land. O glaube mir! Siehst Du nicht Papa, daß ich jeden Tag schwächer werde?«
»Warum bestehst Du darauf, Eva, daß ich etwas so Schreckliches glauben solle?« sagte der Vater.