»Lieber Vater!« wiederholte Eva.
»Ich kann nicht,« sagte St. Clare aufstehend, — »ich kann es nicht tragen! Der Allmächtige ist sehr hart mit mir verfahren!« und St. Clare legte auf die letzten Worte einen besonders bitteren Nachdruck.
»Augustin! hat Gott nicht ein Recht, zu thun, was er will, mit dem, was sein ist?« sagte Miß Ophelia.
»Mag sein; aber das macht es nicht leichter für mich zu tragen,« entgegnete er in harter, trockener, thränenloser Weise, während er sich abwandte.
»Papa, Du brichst mein Herz!« sagte Eva sich aufrichtend und sich in seine Arme werfend; »Du mußt nicht so denken!« Und dabei weinte und schluchzte das Kind mit einer Heftigkeit, die Alle in Bestürzung versetzte, und den Gedanken ihres Vaters schnell eine andere Richtung verlieh.
»Still, Eva, still! mein liebes Kind! Es wäre unrecht von mir, — recht unrecht! Ich will anders denken, — ich will Alles thun, was Du willst, nur beruhige Dich, schluchze nicht so. Ich will ganz gefaßt sein; es war sehr unrecht von mir, so zu sprechen.«
Bald lag Eva wie eine müde Taube in ihres Vaters Armen; und er, sich über sie beugend, bemühte sich, sie durch jedes zärtliche Wort, das er ersinnen konnte, zu beruhigen.
Marie stand auf und ging aus dem Zimmer in ihr eigenes, wo sie in hysterische Krämpfe verfiel.
»Du hast mir keine Locke gegeben, Eva,« sagte ihr Vater mit traurigem Lächeln.
»Sie gehören Dir alle, Papa,« erwiederte sie lächelnd, — »Dir und Mamma, und Du mußt der lieben Tante so viele davon geben, als sie haben will. Ich gab jene nur den armen Leuten selbst, lieber Papa, weil sie möchten vergessen worden sein, wenn ich nicht mehr da bin, und weil ich hoffte, daß es sie erinnern möchte an — Du bist ein Christ, lieber Vater, nicht wahr?« fügte sie dann mit zweifelndem Tone hinzu.