»O Eva, sage uns, was Du siehst! Was ist es?« sagte der Vater.
Ein sanftes, seliges Lächeln schwebte über ihr Gesicht, und sie antwortete in gebrochenen Tönen: »O! Liebe, — Freude, — Friede!« seufzte tief auf, und ging vom Leben zum Tode über.
Lebe wohl, geliebtes Kind! Die glänzenden Thore der Ewigkeit haben sich hinter Dir geschlossen; wir werden Deine sanften Züge nicht mehr sehen. Wehe den Armen, die Deinen Eingang in den Himmel sahen, und, wenn sie erwachten, nichts als den kalten, grauen Lebenshimmel finden, nachdem Du für immer dahin bist.
Siebenundzwanzigstes Kapitel.
Dies ist das Letzte der Erde. J. G. Adams.
Die Statuen und Gemälde in Eva's Zimmer waren mit weißen Tüchern verhangen, und nur stilles Athmen und leise Tritte wurden darin gehört, und das Licht stahl sich feierlich durch halbverschlossene Fenster.
Das Bett war weiß überzogen, und darauf, unter dem Engel mit gesenkten Flügeln, lag eine kleine, schlafende Gestalt, schlafend, — um nimmer wieder zu erwachen.
Dort lag sie, in eins der schlichten weißen Gewänder gekleidet, welche sie im Leben zu tragen gepflegt hatte, und das rosige Licht, welches durch die Gardinen fiel, warf einen wärmeren Schein über die eisige Kälte des Todes. Die schweren Augenwimpern ruhten sanft auf der klaren Wange; der Kopf war ein wenig nach einer Seite geneigt, wie im natürlichen Schlafe, aber über alle Züge des Gesichtes ergoß sich jener himmlische Ausdruck, jene Mischung von Wonne und Ruhe, welche deutlich erkennen ließ, daß es kein irdischer oder zeitlicher Schlaf, sondern jene lange, heilige Ruhe sei, welche »Er Denen gibt, die er liebt.«