»Wenn Master nur beten wollte!«
»Woher weißt Du, Tom, daß ich es nicht thue?«
»Thut Master es?«
»Ich würde es thun, Tom, wenn Jemand dort wäre, wenn ich bete; aber alle meine Worte gehen nur in die Leere hinein. Aber komm, Tom, Du sollst beten, jetzt, und es mir zeigen, wie.«
Tom's Herz war voll. Er ließ es ausströmen in Gebet wie Wasser, die lange zurückgedrängt worden sind. Eins war klar: Tom glaubte, daß Jemand da sei, der ihn höre, und St. Clare fühlte sich auf der Fluth seines Glaubens und Gefühls beinahe bis zu den Pforten des Himmels hinauf getragen, den Tom so deutlich zu sehen schien; es war ihm, als wenn er Eva näher gebracht würde.
»Danke Dir, mein Junge,« sagte St. Clare, als Tom aufstand. »Ich höre Dich gern, Tom, aber jetzt gehe, und verlaß mich; ein anderes Mal wollen wir mehr mit einander reden.«
Tom verließ schweigend das Zimmer.
Achtundzwanzigstes Kapitel.
Wiedervereinigung.
Woche um Woche floß dahin in St. Clare's Hause, und die Wellen des Lebens nahmen wieder ihren gewöhnlichen Lauf an, wo jener kleine Nachen untergegangen war; denn wie gebieterisch, wie kalt, wie gefühllos, wie gleichgültig bewegt sich nicht das tägliche Leben fort! Wir müssen essen, trinken, schlafen und wieder erwachen — wir müssen handeln, kaufen, verkaufen, fragen und antworten, — kurz, tausend Schatten verfolgen, obgleich jedes Interesse in ihnen längst verschwunden ist; denn die kalte, mechanische Gewohnheit des Lebens bleibt, nachdem jedes lebendige Interesse längst geflohen ist.