Der Eid der Treue ist geleistet, nun gibt es kein Zurück mehr. Am nächsten Tag geht die Sache verteufelt stramm los! Es nützt kein Fackeln! Wer weiß, wie bald Deutschland auch seine jüngsten Kräfte braucht! Man hofft es nicht, und es ist auch kein Grund zum Schwarzsehen vorhanden. Aber der Feind ist mächtig; der Feind wird gepeitscht vom elenden Briten. Deutschland soll und muß vernichtet werden!
Aber Deutschland läßt sich nicht vernichten! Deutschlands Jugend jubelt: ‚Noch sind wir da, sie sollen nur kommen!‘
Die Begeisterung ist groß, ist riesengroß. Jeder von ihnen wird ein Held sein, wenn er dem Feind gegenübersteht!
Aber Begeisterung ist etwas, was ewig von neuem geschürt werden will. Begeisterung muß immer neue Nahrung haben — genau wie ein Feuer im Kamin — sonst erlischt sie.
Der Drill ist aber eintönig, und das ewige Putzen an Pferden, Sattel- und Zaumzeug und an den Uniformen erst recht! Wo soll da die Begeisterung herkommen?
Und doch und doch und doch! Sie vergessen es nicht und dürfen es nicht vergessen, daß dieser Drill dem Dreinhauen vorangehen muß. Alles in der Welt will gelernt sein — auch das Dreinhauen, das so einfach scheint.
Neben ‚Vize‘, der zwar sehr stramm, aber auch sehr gerecht ist, haben sie einen zweiten Wachtmeister bekommen, mit dem im Dienst nicht gut Kirschen essen ist.
Er ist groß im Androhen von schweren Strafen, aber er ist auch groß im Verzeihen. Und wenn er guten Willen bemerkt, läßt er sich herab, seine Anerkennung nicht zu versagen; in der Kantine beim Glas Bier kommt es vor, daß er außerordentlich gemütlich wird; aber wenn sein Zorn gereizt wird, kann er rasend werden. Er hat die echtesten Kavalleriebeine und reitet tadellos; und da er sich rühmt, einen jeden, auch den störrischsten Gaul zu bemeistern, verlangt er dasselbe von seinen Schülern.
Er ist entsetzt, daß sie in all der Zeit, die sie nun schon hier sind, noch so wenig gelernt haben. Ein paar unter ihnen kommen immer noch nicht glatt durch den Sprunggarten. Das ist ein starkes Stück, aber er wird ihnen beikommen!