Im engen, überfüllten Abteil eine Luft, in der man nicht zu atmen vermochte. Schulter an Schulter mit den Soldaten, die kleine Pfeifen rauchten, saß Maria, sengende Sonnenstrahlen auf den Schläfen — Angst im Herzen.

„Junge Frau, was wollen Sie im Zug? Der gehört doch uns!“

Sie versuchte zu lachen.

„Wollen Sie auch ins Feld ziehen?“

„Wenn ich könnte!“

„Na, besser nicht!“

Dann fragte einer: „Haben Sie auch jemand dabei?“ und sah Maria an.

„Ja,“ sagte sie und fühlte die Tränen aufsteigen, stützte den Kopf in die Hand und war mit allen Gedanken, allen Nerven bei dem, der in diesen letzten Stunden vor dem Abschied auf sie wartete. Quälende Stunden in marternder Hitze. Ewiges Anhalten, schneckengleiches Vorwärtsschleichen und wieder Halten. Wann würde man in Berlin sein?

Die mit ihr fuhren, waren aus dem Osten gekommen, die hatten schon eine Nacht auf Bretterbänken hinter sich. Denen war es auch gleichgültig, wie lange sie sich hier noch schütteln ließen, ob sie einen, zwei oder drei Tage fuhren. Und da fühlte sie wieder die ganze Jämmerlichkeit ihres Schmerzes! Die um sie herum fuhren hinaus mit der fast sicheren Aussicht, nicht zurückzukehren, und lachten und scherzten.

War das nicht erbärmlich, nur mit einem Gedanken an sich und ans eigene Leid zu denken?