Im Jahre 1824 kam Halewyn, um die Anordnungen von J. H. Tobias auszuführen. Der Haupträdelsführer war ein gewisser Kendet, welcher beim Kampong Pelokkan ein Fort errichtete, welches von Halewyn angegriffen und erobert wurde. Am 2. März 1825 ergab sich Kendet an den Sohn des Sultans Soleiman, der ihn an den Residenten auslieferte. Kendet wurde hingerichtet, und für längere Zeit blieb nun die Ruhe Bandjermasings ungestört.

Am 3. Juni starb nach 17jähriger Regierung der Sultan Soleiman, welcher ein Tyrann im strengsten Sinne des Wortes war (seinen Bruder Ismael hatte er erwürgt), und ihm folgte sein Sohn Adam Alwas Sikh Billah, welcher mit M. H. Halewyn einen neuen Contract schloss, dem zufolge Tatas, Tandjong, Burong, das ganze Land im Süden vom Messaflusse, Tanah Laut, Tanah Bumbu, Pagattan, Passir, Kutei, Sambaliung, Bulangan, Bekompey, das Flussgebiet des obern Laufes des Baritu und die Südküste von Borneo bis Pontianak in volles Eigenthum von Holland abgetreten wurden. Nebstdem sollte die Wahl des Reichsverwesers und Thronfolgers des Bandjermasingschen Reiches von der indischen Regierung bestätigt werden müssen.

Sultan Adam hatte vier Söhne und drei Töchter von seiner Frau Ratoe (Sultanin) Kamala Sarie, welche herrschsüchtig, goldgierig und der eigentliche Herrscher des Reiches war. Nebstdem hatte der Sultan bei einer andern Frau zwei Söhne und eine Tochter, wovon der eine, Tamjid Illah, seine unheilvolle Rolle als Thronfolger zum Untergange der Dynastie lange spielte.

Im Jahre 1816 waren auch die Reiche der Ostküste wieder an Holland gefallen, weil sie ja, wenn auch in verschiedenem Maasse, Vasallen des Sultans von Bandjermasing waren.

Weder der Sultan von Kutei, noch von Pasir, noch von Berouw kümmerten sich viel um Bandjermasing; die Communication über Land war ja sehr schlecht, die Entfernung sehr gross und die Verbindung über See liess alles zu wünschen übrig. Im Jahre 1825 ging also George Müller von Surabaya (Java) aus nach der Ostküste, zunächst um die Küste topographisch aufzunehmen. In Passir gelang es ihm nicht, Fuss zu fassen. Der Sultan von Kutei jedoch erklärte sich bereit, seine Souveränität aufzugeben und Lehnsfürst der holländischen Regierung zu werden, von der er gegen eine jährliche Entschädigung alle Steuern eintreiben liess. Kurz darauf wurde jedoch Müller ermordet, ohne dass die holländische Regierung seinen Tod rächte. Java gab ja um diese Zeit Holland viel zu thun, und nebstdem brachte Bandjermasing keinen directen Gewinn.

Um diese Zeit unternahm John Dalton von Singapore aus einen abenteuerlichen Zug nach Kutei, umsegelte mit einem Kahn dieses Sultans, in Gesellschaft des Dänen Hecksler, die Südküste von Borneo, kam am 25. October in den Fluss Pegatan, wo sich der Räuberhäuptling Raga aufhielt, und kehrte am 4. December nach Kutei zurück. Hier blieb er 11 Monate, zog auf dem Mahakanfluss ins Innere des Landes, schloss mit dajakischen Häuptlingen Freundschaft und erzählte in seinen Reisebriefen eine Reihe von fürchterlichen Greuelthaten, welche Raga und der Sultan von Kutei sich zu Schulden kommen liessen.

Zur Zeit der Verwahrlosung Borneos von Seiten der holländischen Regierung hatten die Engländer den Norden von Borneo besetzt, James Brooke sich zum Radja von Serawak gemacht und (im Jahre 1844) Erskine Murray einen Zug von Hongkong unternommen, um dort eine Factory zu errichten. Dieser wurde jedoch von den Dajakern ermordet. Die holländische Regierung schickte den Herrn Weddik dahin, um den Mord zu untersuchen und die Missethäter eventuell zu bestrafen. Der Sultan fürchtete natürlich die Rache Englands; er übergab also sein Reich der holländischen Regierung, welche einen Assistenz-Residenten in seiner Hauptstadt Samarindah anstellte und ihm die Verpflichtung auferlegte, mit allen Kräften dem Seeraube entgegenzutreten. Ein ähnlicher Vertrag wurde mit dem Sultan von Passir geschlossen, ohne dass ein europäischer Beamter zur Controle dahin versetzt wurde.

Auch Berouw, welches die Nordgrenze von Kutei bildete, wurde um diese Zeit zum S. O. Borneos eingetheilt.

Es strandete nämlich ein englisches Schiff an der Küste dieses Reiches, und 7 Engländer und einige Bengalische Laskars retteten sich und begaben sich in den Kampong Gunung Tabur, welcher schon im Jahre 1834 Holland als Lehnsherrn anerkannt hatte. 12 Laskars kamen in die Hände des Fürsten von Bulongan, während die 6 andern als Sclaven an den Sultan der Sulu-Inseln verkauft wurden. Die englischen Matrosen wollte der Sultan von Berouw nach Macassar schicken; sie flüchteten jedoch den 18. August zu dem Sultan von Tidung, welcher sie an den holländischen Commissar auslieferte.

Sir Edward Belcher erhielt davon Nachricht und zog mit seinem Kriegsschiff »Semarang« nach den Suluinseln und von dort nach Gunung Tabur, dessen Sultan mit den Engländern ein Freundschaftsbündniss schloss; dann ging er nach Bulongan, um die 12 Laskars aus der Gefangenschaft zu befreien, schloss dasselbe Bündniss mit diesem Sultan und kehrte Anfangs Januar 1845 nach Gunung Tabur zurück, wo ihm der Sultan die Insel Maratuwa zur Errichtung eines Forts anbot.