Und dort im Nordwesten der See sind Viele, welche unsere Kinder sein müssten, die jedoch Lebak verlassen haben, um zu schwärmen in fremden Ländern mit Messer, Dolch und Schiessgewehr.

Ich frage Euch, Häuptlinge von Bantam Kidul, warum sind so Viele weggegangen, um nicht begraben zu werden dort, wo sie geboren wurden? Warum fragt der Baum, wo der Mann sei, den er als Kind zu seinen Füssen spielen sah?«

Hier machte der Assistent-Resident eine Pause und rief seinen kleinen Sohn Max zu sich, welcher um die Pendoppo[35] herum lief und auf diesen Augenblick wartete, unter den Häuptlingen sich bewegen zu dürfen.

Fig. 5. Ein Kampong (Dorf) bei Buitenzorg.

Wuchtige Keulenschläge waren diese Worte ihres neuen Chefs auf das Haupt aller anwesenden Beamten; besonders Rhaden Wiro Kusumo, welcher der Schwiegersohn des Regenten war, schauderte zusammen, als er in den Worten des Assistent-Residenten die Beweise sah, dass der neuernannte Bezirkshauptmann alles bis in die kleinsten Details kannte, das er seinen Untergebenen gegenüber verschuldet hatte. Glücklicherweise brachte der kleine Max in diesem Moment der Verlegenheit eine angenehme Störung. Der Djaksa (Richter) fasste den Kopf des kleinen Max und zeigte seinem Nachbar den zweifachen Haarwirbel auf dem Scheitel, der, wie er später Havelaar mittheilte, die Bestimmung haben sollte, eine Königskrone zu tragen. Max Havelaar jedoch liess sein Söhnlein hinausführen und sprach weiter:

»Häuptlinge von Lebak! Wir stehen alle im Dienste des Königs von Holland. Er aber, der gerecht ist und will, dass wir unsere Pflicht thun, ist weit von hier. Dreissig mal Tausend mal Tausend, ja, noch viel mehr Menschen müssen seinen Befehlen gehorchen; er aber kann nicht bei Jedem sein, der ihm Unterthan ist.

Der grosse Herr (Tuwan Besar) in Buitenzorg ist gerecht und will, dass jeder seine Pflicht thue. So mächtig dieser auch ist, weil er herrscht über Alle, welche in den Städten und Dörfern Amt und Würde haben, und weil er gebietet über die Macht des Heeres und der Flotte, so wenig kann er sehen, wo Unrecht geübt wird; denn das Unrecht fliehet ihn.

Aber auch der Resident zu Serang, welcher Herr der Provinz Bantam ist, wo fünfmalhunderttausend Menschen wohnen, will, dass in seinem Reiche Recht geschehe, und dass Gerechtigkeit herrsche in dem Lande, das ihm gehorcht. Doch wo Unrecht ist, da wohnt er weit entfernt, und wer Böses thut, verbirgt sich vor seinem Antlitz, weil er Strafe fürchtet.

Und der Herr Adhipatti, welcher Regent von Süd-Bantam ist, will, dass jeder lebe, der das Gute übt, und dass keine Schande komme über das Land, das seine Regentschaft ist.