Olei menthae piperit. p. III.
Oxyd. aethyl. c. alcoh. p. XXX.
Vini opii aromatici p. XV.
M. D. S. Cholera-Essenz;
davon 2 Esslöffel auf 1 Weinflasche (= 750 Gramm) filtrirtes Wasser und davon jede ¼ oder ½ Stunde 1 Esslöffel zu nehmen.
Die Prophylaxis der Cholera fällt mit der gegen die Malaria zusammen, weil beide nicht nur theoretisch in die Klasse der miasmatischen Krankheiten gehören, sondern auch factisch gleichzeitig vorkommen. Da auch die dritte Geissel der Tropen, die Beri-Beri, eine rein miasmatische Krankheit ist, so müssen alle prophylaktischen Maassregeln des Staates gegen das Entstehen und Ausbreiten der einen Krankheit auch den übrigen miasmatischen Krankheiten (worunter wir auch in den Tropen den Typhus und die Dysenterie rechnen) zu Statten kommen. Um also nicht in Wiederholungen zu verfallen, wird in dem weiteren Capitel, welches die übrigen Krankheiten besprechen wird, die staatliche Prophylaxis derselben nur angedeutet werden.
Dieselbe erstreckt sich natürlich auf alle bekannten Quellen der Miasmen und muss — Erreichbares anstreben, denn, wer das Höchste anstrebt, wird das Hohe erreichen.
Dazu gehören: Sümpfe, Reisfelder, Irrigation, Wasser, Abfuhr von Fäcalien und Abattoirs.
Sümpfe kommen nicht allein auf der Küste, sondern auch im Gebirge vor, wo sie vulcanischen Ursprungs sind; darum sind auch nicht alle Berg-Garnisonen frei von Malaria-Epidemien. Ein sprechendes Beispiel hierfür ist z. B. die Stadt Ambarawa mit dem Fort Willem I. Ausgedehnte Sümpfe (rawah) kommen auf Java in grosser Anzahl vor; der berüchtigtste ist im Süden Javas bei Tjilatjap, wo ich im Jahre 1890 in Garnison lag und von der Malaria stark heimgesucht wurde. Dazu kommen die zahlreichen nassen Reisfelder (sawah), welche wie ein Mosaikbild die ganze Oberfläche Javas mit Farbennuancen vom Hellgelb bis zum Dunkelgrün bedecken.
Das Austrocknen der Sümpfe und die Beseitigung der nassen Reisfelder wäre sicher eine radicale Maassregel; aber — beide sind unausführbar. Im Jahre 1747 musste in Nordbrabant bei Steinbergen ein solches Unternehmen unterbrochen und das Land wieder unter Wasser gesetzt werden, weil die damit entstandene Exacerbation der Malaria-Epidemie Tausende hinweggerafft hatte. Wie viel Opfer haben der Bau des Hafens Tandjong Priok bei Batavia und von Tjilatjap gekostet, weil die Arbeit in Sümpfen stattfinden musste. Die Sümpfe auf Java sind zu gross, um vorläufig nur daran denken zu lassen, sie gleichzeitig und in kurzer Zeit trocken legen zu lassen. So viel Geld und so viel Menschenleben würde dieses kosten, dass »de remedie erger dan de kwaal« = das Heilmittel ärger als die Calamität wäre. Wir haben ja noch andere Mittel, um den schädlichen Einfluss der Sümpfe zu beseitigen oder wenigstens zu verkleinern. Wir können sie sehr leicht zu Seen verändern, welche immer mit einer hohen Wasserschicht bedeckt sind. An Wasser ist wahrhaftig auf den Inseln des indischen Archipels kein Mangel; so z. B. hatte Tjilatjap im October 1889 einen Regenfall von 1111 mm, und der geringste Wasserfall war im Januar, in welchem Monat 9 Regentage mit 152 mm sich einstellten; im ganzen Jahre waren mehr als 4 Meter Regen gefallen.[117] Das Eindämmen dieser zahlreichen Sümpfe und Umwandeln derselben zu Seen erfordern keine grossen Summen Geldes und gewiss nur wenig Menschenleben, so dass diese radicale Cur ins Reich des Möglichen und Erreichbaren versetzt werden kann.