Eine kleine Schrift: »Ueber Landsturm und Landwehr. In Beziehung auf die Länder zwischen der Elbe und dem Rhein« (1813), empfiehlt diese preußische Einrichtung auch dem übrigen Deutschland.

Folgende drei Broschüren enthalten wiederum ärztliche Rathschläge in Bezug auf den Krieg: »Die Kriegspest oder das ansteckende Hospital-Fieber. Eine Volksschrift zur Warnung und Belehrung von einem sächsischen Arzte«; »Ueber die jetzt herrschenden Lazarethfieber, ihre Ursachen, Kennzeichen und Verwahrungsmittel. Von einem praktischen Arzte« (beide 1813 erschienen); endlich eine von Dr. Heinrich Messerschmidt, Stadtphysikus zu Naumburg an der Saale (geb. 1776, gest. 1842), verfaßte treffliche Schrift: »Hand- und Lehrbüchlein für Deutschlands Krieger und diejenigen im Volke, welche zu diesem hohen Stande berufen sind. Daraus zu lernen, recht brave, tüchtige Soldaten zu werden und sich als solche in der Zeit der Noth selbst rathen und helfen zu können« (1815).

Zwei Broschüren richten sich gegen die berüchtigte Schrift des bekannten Staatsrechtslehrers Professor Theodor Anton Heinrich Schmalz: »Berichtigung einer Stelle in der Bredow-Venturinischen Chronik von 1805« (Berlin 1815), in welcher dieser zuerst das Mistrauen der deutschen Regierungen gegen den Geist der Zeit, namentlich gegen politische Vereine wachrief und so die Reactionszeit inaugurirte. Die beiden anonymen Broschüren heißen: »Gegen den Geheimen Rath Schmalz zu Berlin wegen seiner jüngst herausgegebenen Worte über politische Vereine«, und: »Die neuen Obscuranten im Jahre 1815. Dem Herrn Geheimen Rath Schmalz in Berlin und dessen Genossen gewidmet«. Es sind, wie auch auf den Titeln bemerkt, Separatausgaben zweier Aufsätze aus den »Deutschen Blättern«. Dieses Blatt hatte sich das Verdienst erworben, gegen die Denunciationen von Schmalz zuerst energisch aufzutreten.

Im Jahre 1817 verlegte Brockhaus noch zwei Zeitbroschüren verschiedenen Inhalts von zwei namhaften, auf denselben aber nicht genannten Schriftstellern: »Ueber den jetzt herrschenden Geist der Unzufriedenheit und Unruhe unter den Völkern Europas. Ein Versuch zur Beschwichtigung dieses Geistes«, von Hofrath Karl Ludwig Methusalem Müller in Leipzig (geb. 1771, gest. 1837, in den Jahren 1817-1831 Redacteur der »Zeitung für die elegante Welt«), und: »Mahnung der Zeit an die protestantische Kirche bei der Wiederkehr ihres Jubelfestes. Nebst einer Nachschrift an die katholische Kirche und deren Oberhaupt. Für Kleriker und Laien von einem Laien«, von dem bekannten Philosophen Professor Wilhelm Traugott Krug in Leipzig (geb. 1770, gest. 1842), mit dem Brockhaus später in nähere Verbindung trat.


Wir kommen nun zu den von Brockhaus in diesen Jahren verlegten kleinern und größern Schriften, welche speciell die Zeitgeschichte betreffen, und finden da zunächst eine Anzahl Broschüren kriegsgeschichtlichen Inhalts, welche meist noch die kriegerischen Ereignisse vor der Schlacht bei Leipzig behandeln, während die spätern in größern Werken geschildert sind.

An der Spitze der kriegsgeschichtlichen Broschüren steht: »Die preußisch-russische Campagne im Jahre 1813; von der Eröffnung bis zum Waffenstillstande vom 5. Juni 1813; mit dem Plan der Schlacht von Groß-Görschen, der Schlacht von Bautzen und dem Gefecht von Haynau. Von C. v. W.« Auf dem Titel heißt es: »Breslau, in Commission bei Christ. Gottlob Kayser«, ohne Jahreszahl; die Schrift war aber Verlag von Brockhaus und erschien im Sommer 1813. Verfaßt wurde sie auf speciellen Befehl des Königs von Preußen von dem damaligen Oberst, spätern General-Feldmarschall Freiherrn von Müffling (geb. 1775, gest. 1851), dessen kriegsgeschichtliche Werke stets nur die Chiffre C. v. W. tragen.

Ein Seitenstück dazu bildet: »Der Feldzug von 1813 bis zum Waffenstillstand« (ohne Angabe von Verleger und Verlagsort, mit der Jahreszahl 1813). Als Verfasser nennt Brockhaus in den »Deutschen Blättern« den General von Gneisenau, Chef des preußischen Generalstabes, weil ihm das Manuscript wahrscheinlich von diesem zugesandt worden war; die Schrift ist aber auf Gneisenau's Wunsch von dessen Stabschef General Karl von Clausewitz (geb. 1780, gest. 1831) geschrieben und auch in dessen »Hinterlassenen Werken über Krieg und Kriegführung« wieder abgedruckt.

Gleichzeitig (im October 1813) ließ der bekannte General und Militärschriftsteller Baron Henri Jomini (geb. 1779, gest. 1861) bei Brockhaus eine kleine Broschüre französisch und deutsch unter folgenden Titeln erscheinen: »Extrait d'une brochure intitulée: Mémoires sur la campagne de 1813, par le général Jomini«, und: »Auszug aus den Memoiren über den Feldzug von 1813 vom General Jomini.« Er rechtfertigt sich darin wegen seines 1813 nach der Schlacht bei Bautzen erfolgten Uebertritts aus französischen in russische Dienste.

Noch vor der Schlacht bei Leipzig geschrieben, aber erst nach derselben veröffentlicht wurde eine Broschüre von Ludwig Lüders (Verfasser der früher erwähnten Schrift: »Das Continental-System«): »Welthistorische Ansicht vom Zustande Europa's am Vorabend der Schlacht bei Leipzig im Jahre 1813. Mit einem Plane der Schlacht bei Lützen« (1814). Sie schildert die am 1. und 2. Mai 1813 geschlagene Schlacht bei Lützen, gewöhnlich richtiger die Schlacht bei Großgörschen genannt, in der Napoleon über die vereinigte russisch-preußische Armee siegte, wodurch Sachsen bis zur Elbe wieder in seine Hände fiel. Die Schrift hat, als von einem in der Nähe (in Altenburg) befindlichen gewissenhaften Beobachter herrührend, geschichtlichen Werth.