Auch sein Bruder Gottlieb schrieb sehr herzlich, und die in Dortmund noch weilenden drei Kinder feierten dort die Hochzeit ihres Vaters wol deshalb besonders freudig, weil sie ihnen die Aussicht bot, wieder eine Mutter zu bekommen und nunmehr bald in das älterliche Haus zurückkehren zu können.

Die Hochzeit fand in Altenburg am 26. November 1812 statt, unter regster Theilnahme der neuen und alten Freunde des Bräutigams, die sich in zahlreichen ernsten und humoristischen Gedichten kundgab.

Mit Bedauern vermißte Brockhaus unter seinen anwesenden Freunden den Professor Ersch aus Halle. Derselbe war im September bei ihm zu Besuch gewesen und hatte ihm dann geschrieben:

Immer wird die Erinnerung meines Aufenthalts in Altenburg an die erfreulichsten meines Lebens sich anreihen; immer werde ich mit frohem Gefühle der Stunden denken, in welchen ich Bekanntschaften mit guten Menschen erneuerte und stiftete.

Jetzt durch Krankheit abgehalten, an der Hochzeit theilzunehmen, schrieb er an Brockhaus aus Halle vom 21. December:

Wahrlich, Sie hätten nicht nöthig gehabt, durch Ihre Nachrichten von Ihrer frohen Hochzeit und den Feierlichkeiten, mit welchen Ihre Freunde sie ausstatteten, meine Trauer über die Entbehrung dieser Freuden zu schärfen, und doch waren sie mir ungemein lieb und interessant, vorzüglich erfreuend aber die Bemerkung, daß Sie und Ihre gute Jeannette in Altenburg so viele Freunde haben. Wer, wie ich, den höchsten Lebensgenuß in dem Besitz von Freunden findet, weiß dies Gut zu würdigen.

Die nächsten vier Jahre, 1813-1816, verbrachte Brockhaus meist in Altenburg, im ruhigen Genusse seiner neuen Häuslichkeit, aber auch in angestrengter Thätigkeit für den Wiederaufbau seines Geschäfts und unter lebhafter Theilnahme an den großen Ereignissen dieser Zeit. Außer häufigen Fahrten nach Leipzig machte er nur im Sommer 1814 in Erbschaftsangelegenheiten seiner Frau eine dreimonatliche Reise nach Stuttgart, Augsburg und München, von wo er über Strasburg, Frankfurt a. M. und Braunschweig zurückkehrte, und kleinere Ausflüge nach Dresden, Weimar, Dessau, Wittenberg, Berlin.

Von seinen Kindern hatte er Auguste und Hermann im April 1814 von Dortmund nach Altenburg kommen lassen, während Heinrich erst im Mai 1816 folgte und die jüngste Tochter, Sophie, endlich im August 1817 von ihrem ältesten Bruder Friedrich aus Amsterdam abgeholt und nach Altenburg gebracht wurde. Friedrich war im Herbst 1813 zu dem Pastor Schlosser in Großzschocher bei Leipzig gekommen, wo er mit andern Knaben zusammen erzogen und unterrichtet wurde; zu Neujahr 1816 nahm ihn auf Wunsch seines Vaters der mit diesem befreundete und schon seit der amsterdamer Zeit einen großen Theil seiner Verlagswerke druckende Buchhändler und Buchdrucker Hans Friedrich Vieweg in Braunschweig zu sich in die Lehre; er sollte hier gleichzeitig mit Vieweg's fast gleichaltrigem Sohne Eduard die Buchdruckerkunst erlernen, weil sein Vater die Absicht hatte, mit dem immer größere Ausdehnung erlangenden Verlagsgeschäfte eine Druckerei zu errichten. Der jüngste Sohn Hermann erhielt mit den Ludwig'schen Kindern zusammen Privatunterricht und kam später gleich seinem ältern Bruder Heinrich, der an diesem Unterrichte auch mit theilnahm, in die Erziehungsanstalt zu Wackerbarthsruhe bei Dresden Die älteste Tochter Auguste wurde im Januar 1815 in eine Pension nach Dresden gebracht und war dort bis zur Uebersiedelung ihres Vaters nach Leipzig; die zweite Tochter, Karoline, blieb in Altenburg.

Von seiner Frau wurden ihm in dieser Zeit zwei Kinder geboren, Alexander und Luise, die aber bald wieder starben, ersterer am 20. August 1814, letztere am 4. August 1818. Später wurden ihm noch zwei Töchter geboren: Johanne Wilhelmine am 29. December 1817 noch in Altenburg und Marie Ottilie am 18. Mai 1821 in Leipzig.