Die Schloßtüre öffnet sich. Pedrillo erscheint mit einem Armleuchter; er bleibt in der Türe stehen.

Pedrillo. Beim heiligen Pilatus! Ihr klopft stark;
Auch kommt Ihr spät zum Ball, er ist schon aus.

Almansor. Ich suche keinen Ball, ich such' ein Obdach;
Bin fremd und müd', und dunkel ist die Nacht.

Pedrillo. Beim Barte des Propheten — ich wollt' sagen
Der heiligen Eli — Elisabeth —
Das Schloß ist keine Herberg mehr. Unweit
Von hier steht so ein Ding, das nennt man Wirtshaus.

Almansor. So wohnt allhier nicht mehr der gute Aly,
Wenn Gastlichkeit aus diesem Schloß verbannt ist.

Pedrillo. Beim heil'gen Jago von — von Compostella!
Nehmt Euch in acht, denn Don Gonzalvo zürnt,
Wenn man ihn noch den guten Aly nennt.
Zuleima nur, (schlägt sich vor die Stirn) wollt' sagen Donna Clara,
Darf noch den Namen Aly nennen. Aly,
Der irr't sich auch, und nennt sie oft Zuleima.
Auch ich, ich heiße jetzt nicht mehr Hamahmah,
Pedrillo heiß ich, wie in seiner Jugend
Der heil'ge Petrus hieß; und auch Habahbah,
Die alte Köchin, heißt jetzt Petronella,
Wie einst die Frau des heil'gen Petrus hieß;
Und was die alte Gastlichkeit betrifft,
So ist das eine jener Heidensitten,
Wovon dies christlich fromme Haus gesäubert.
Gut Nacht! Ich muß jetzt leuchten unsern Gästen,
Es ist schon spät, und manche wohnen weit.

(Er geht ins Schloß zurück und schlägt die Pforte zu. Im Schlosse wird es bewegter.)

Almansor (allein). Kehr' um, o Pilger, denn hier wohnt nicht mehr
Der gute Aly und die Gastlichkeit;
Kehr' um, o Moslem, denn der alte Glaube
Ist ausgezogen längst aus diesem Hause;
Kehr' um, Almansor, denn die alte Liebe
Hat man mit Hohn zur Tür hinausgestoßen,
Und laut verlacht ihr leises Todeswimmern.
Verändert sind die Namen und die Menschen;
Was ehmals Liebe hieß, heißt jetzo Haß. —
Doch hör' ich schon die lieben Gäste kommen,
Und gar bescheiden geh' ich aus dem Weg.

(Geht ab.)

Das Schloßtor öffnet sich ganz; buntes Gewühl und verworrene Stimmen. Bediente mit Lichtern treten hervor.