O weh! da kommt der seidne Bube wieder,
Und fordert auf zum Tanz die Drahtfigur.
Das holde Glasaug' sendet süße Blitze!
Das liebe Wachsgesicht bewegt sich lächelnd!
Der schöne Federbusen schwillt und schwillt!
Mit rauher Hand berühret dort der Bube
Das leichtgebrechlich zarte Kunstgewebe —

(Rauschende Musik.)

Umschlingt's mit frechem Arm, und zieht es fort
In wilder Tänzer flutendes Gedränge!
Halt ein! halt ein! Ihr Geister meiner Leiden,
Reißt fort den Buben von dem Leib der Holden!
Schlagt ein! schlagt ein! Ihr Blitze meines Zorns!
[Und lähmt die Hand, die meinen Himmel faßt!]
Brecht ein! brecht ein! Ihr Mauern dieses Schlosses,
Und stürzt zermalmend auf des Frevlers Haupt!

(Pause; leisere Musik.)

Sie bleiben ruhig stehn, die alten Mauern,
Und meine Wut zerschellt an ihren Quadern.

Ihr seid gar stark gebaut, ihr festen Mauern,
Und doch habt ihr ein schwach und schlecht Gedächtnis!
Ich heiß' Almansor, und war sonst der Liebling
Des guten Aly, und auf Alys Knieen
Wohnt' ich, und „lieber Sohn“ nannt' Aly mich,
Und strich mir dann mit sanfter Hand den Kopf; —
Und jetzt steh' ich, wie'n Bettler, vor der Türe!

(Die Musik schweigt. Man hört im Schlosse verworrene Stimmen und lautes Gelächter.)

Da spottet's mein; holla! ich lache mit!

(Schlägt an die Pforte.)

Macht auf! macht auf! ein Gast will übernachten!