Hier ist die alte Laute. Klingend schwebt mir
Im Kopf' das alte Lied; und sehen möcht' ich,
Ob auch der alte Zauberklang noch wirkt.

(Er spielt und singt.)

Güldne Sternlein schauen nieder
Mit der Liebe Sehnsuchtwehe;
Bunte Blümlein nicken wieder,
Schauen schmachtend in die Höhe.

Zärtlich blickt der Mond herunter,
Spiegelt sich in Bächleins Fluten,
Und vor Liebe taucht er unter,
Kühlt im Wasser seine Gluten.

Wollustatmend, in der Schwüle,
Schnäbeln weiße Turteltäubchen;
Flimmernd, wie zum Liebesspiele,
Fliegt der Glühwurm nach dem Weibchen.

Lüftlein schauern wundersüße,
Ziehen feiernd durch die Bäume,
Werfen Kuß und Liebesgrüße
Nach den Schatten weicher Träume.

Blümlein hüpfet, Bächlein springet,
Sternlein kommt herabgeschossen,
Alles wacht und lacht und singet, —
Liebe hat ihr Reich erschlossen.

Zuleimas (Stimme im Schloß). Ist es ein Traum, der freundlich mich umgaukelt,
Und liebe Töne in mein Ohr zurückruft?
Ist es ein Unhold, der mich zu verlocken,
Des Freundes süße Stimme künstlich nachäfft?
Ist's gar der tote, irrende Almansor,
Der in der Nacht gespenstisch mich umschleicht?

Almansor. Es ist kein Traum, der täuschend dich umgaukelt,
Es ist kein Unhold, der dich will verlocken,
Auch ist's kein toter, irrender Almansor —
Es ist Almansor selbst, der Sohn Abdullahs.
Er ist zurückgekehrt, und trägt noch immer
Lebend'ge Liebe im lebend'gen Herzen.

Zuleima tritt mit einem Lichte auf den Balkon.