(Umschlingt sie.)

Ich lass' nicht ab von dir, von dir, Zuleima!
Und ständen offen Allahs goldne Hallen,
Und Huris winkten mir mit schwarzen Augen,
Ich ließ' nicht ab von dir, ich blieb' bei dir,
Umschlänge fester deinen süßen Leib, —
Dein Himmel nur, Zuleimas Himmel nur
Sei auch Almansors Himmel, und dein Gott
Sei auch Almansors Gott, Zuleimas Kreuz
Sei auch Almansors Hort, dein Christus sei
Almansors Heiland auch, und beten will ich
In jener Kirche, wo Zuleima betet.

Beseligt schwimm' ich wie in Liebeswellen,
Von weichen Harfenlauten süß umklungen; —
Die Bäume tanzen wunderlichen Reigen; —
Die Englein schütten neckend Sonnenstrahlen
Und bunten Blütenstaub auf mich herab; —
Erschlossen ist des Himmels stille Pracht; —
Hellgoldne Schwingen tragen mich hinauf, —
Zur Seligkeit hinauf! —

(In der Ferne hört man Glockengeläute und Kirchengesang.)

Zuleima (sich erschrocken von ihm wendend). Jesus Maria!

Almansor. Welch dunkler Laut zerreißt den goldnen Schleier,
Womit mich sel'ge Träume leicht umwoben?
Erblassen seh' ich plötzlich dich, mein Lieb,
Mein Röslein wandelt sich in eine Lilie, —
Sag' an, mein Lieb, hast du den Tod geschaut,
Der unsichtbar erscheinet, uns zu trennen?

Zuleima. Der Tod, der trennet nicht, der Tod vereinigt,
Das Leben ist's, was uns gewaltsam trennt.
Hörst du, Almansor, was die Glocken murmeln?
Sie murmeln dumpf:

(verhüllt sich)

„Zuleima wird vermählt heut
Mit einem Mann, der nicht Almansor heißt.“

(Pause.)