(Zuleima erwacht aus ihrer Ohnmacht.)
Was seh' ich? Heimlich regen sich
Die zarten Glieder, und der seid'ne Vorhang
Der süßen Augen rollt sich langsam auf!
Das ist kein Rehlein, das ist Leila nicht,
Das ist Zuleima, Alys schöne Tochter —
(Zuleima öffnet die Augen.)
Der Himmel schließt sich auf, das Himmelreich!
Zuleima. Bin ich im Himmel schon?
Almansor. Aus starrem Tod
Bist du erwacht.
Zuleima. Ich weiß es wohl, daß ich
Gestorben bin, und jetzt im Himmel bin.
(Sieht sich überall um.)
Wie schön ist's hier, wie leicht und rein die Luft,
Und alles trägt ein rosenfarbig Kleid.
Almansor. Ja, ja, wir sind im Himmel, süßes Lieb,
Siehst du die Blumen, die dort unten spielen,
Die Schmetterlinge, die dazwischen flattern,
Und, neckend, bunten Diamantenstaub
Den armen Blümlein in die Augen werfen?
Hörst du dort unten, wie das Bächlein rauscht,
Wie bläuliche Libellen es umsummen,
Und grüngelockte Wassermädchen, plätschernd,
In rötlich goldne Wellen untertauchen?
Siehst du die weißen Nebelbilder wallen?
Es ist der Sel'gen Schar, die, ewig jung,
Im ew'gen Frühlingsgarten sich ergehn.