Und endlich hielt die Reiterei
In einer langen schönen Reih’;
Doch eine Wolke oben hing,
Ein schwarzes, schweres Wolkending.
Und in der Wolke saß versteckt
Herr Wind, der gern die Leute neckt.
Er streckte rasch den Kopf hervor
Und bläst dem Letzten auf das Ohr.
O weh! Was nahm das für ein End’!
Am Boden lag das Regiment.
Die Reiter schrieen wie am Spieß,
Und der Trompeter kläglich blies.
Nußknacker schalt die Stümper aus
Und schickte sie erzürnt nach Haus.
„Zum Kuckuck! schrie er, fort! sogleich!
In eure Schachtel packt ihr euch!“

Der König sagte weiter,
Und wurde sanft und heiter:
„Die Kerle sind zu gar nichts nütz’!
Jetzt aber kommt mein Leibgeschütz;
Das wird den lieben Kindern allen
Von allem Spiel zumeist gefallen.“
Und die Kanone kam herbei;
Man sah, daß sie geladen sei.
Mit Zierlichkeit ging her vor ihr
Ein ganz schneeweißer Kanonier.
Es war des Königs Lieblingskoch,
Der ganz nach guten Sachen roch;
Trug einen Löffel, schön von Holz,
Und sang dazu mit großem Stolz:
„Kinder, nehmet euch in Acht,
Wenn hier die Kanone kracht!
In den Mund und in den Magen
Werden euch die Kugeln schlagen.
Sonst zwar bin ich Zuckerkoch;
Heute kanonier’ ich noch.
Aufgepaßt! Jetzt geb’ ich Feuer!
Doch die Kugeln, die sind euer.“

Der Kinder Angst war gar zu groß;
Da schoß er die Kanone los.
Brumbum! – das war ein arger Knall!
Die Scheiben klirrten von dem Schall.
Der böse Koch hat’s gut gemacht;
Der Schuß grad’ auf die Kinder kracht.
Doch that er keinem Einz’gen Schaden;
Denn Zuckerwerk war d’rein geladen.
Da flogen Nüsse und Rosinen,
Und Bretzeln, Mandeln, Apfelsinen,
Und süße Dinge allerhand.
Ein Regen war’s von Zuckerkand!
Dem Kaspar flog es in den Mund,
Dem Andern in der Tasche Grund,
Dem dritten fiel es in den Schooß.
Juchhe! wie war die Lust da groß!
Sie rafften auf, sie kauten wacker,
Es lachte laut der König Knacker.
Die Kinder riefen: „Lieber Koch!
Erschieße uns doch einmal noch!“
Der aber sprach: „Ihr klugen Leut’,
Es ist mein Pulver all’ für heut’!“ –