Es brachten die drei Burschen dann
Den schönsten Weihnachtsbaum heran;
Der war behangen und geschmückt
Mit Allem, was das Aug’ entzückt.
Ein Kerzenlicht auf jedem Ast!
Schier brach er von der süßen Last.
Goldglöckchen hingen mitten drein,
Und Vöglein flogen aus und ein.
Wer’s sehen konnte, meinte, dies
Sei wohl ein Stückchen Paradies.
Die Buben aber setzten breit
Sich zu des Baumes Herrlichkeit,
Sie aßen hungrig alle drei
Die Schüssel leer mit Hirsebrei.
Die goldnen Glocken klangen,
Die bunten Vögel sangen:
„Auf den Feldern,
In den Wäldern
Manch ein Baum gar prangend steht,
Der von linden
Frühlingswinden
Wird mit Blüthen übersät;
Der in Hülle
Und in Fülle
Goldne Frucht am Zweige trägt;
Wo in süßen
Wechselgrüßen
Nachtigall und Finke schlägt.
Aber saget,
Ob wohl raget
Je ein Baum so voller Pracht,
Wie der reiche,
Dessen Zweige
Strahlen in der heil’gen Nacht!
Und noch wahrer
Und noch klarer
Als die Lichtfluth euch entzückt,
Glänzt auf’s Neue
All die treue
Liebe, die den Baum geschmückt.“

Es kam nunmehr ein großer Zug.
Die Arche Noäh war’s, die trug
Gar mancherlei Gethier herbei.
Das Alles zog zu zwei und zwei
Fromm aus dem Kasten durch die Stadt,
Ein Zug der kaum ein Ende hat.
Herr Noah ging in ernstem Schritt,

Es gingen Frau und Kinder mit.
Die jüngsten Noahskinder,
Die trappelten dahinter.
Der Regenbogen glänzte sehr,
Und vorn da flog die Taube her.
Und Jedermann und alles Vieh
Sang eine schöne Melodie:

„Nichts als Regen, vierzig Tage!
Regen, Regen immerfort!
Denkt euch, Kinder, welche Plage,
Eingesperrt im Kasten dort!

Eins ist, was wir tröstlich fanden,
Daß es bei uns trocken war,
Während unsre Anverwandten
Sind ertrunken ganz und gar.

Das Ertrinken, das ist gräulich;
So zu sterben ohne Sarg!
In der Arche war’s abscheulich;
Aber doch noch nicht so arg.“