Großmütterlein erzählt.

Großmütterlein sitzet zur Sommerszeit
Im Garten an kühler Linde.
Da blühen die Blumen weit und breit
Und nicken im leisen Winde.
Die Sonne geht bald hinab zur Ruh’;
Es summen die Bienen noch eilig;
Die Vöglein singen ein Lied dazu.
Wie ist es da schön und heilig!
Großmütterlein winkt; da kommen geschwind
Die Kleinen und knieen daneben.
Sie küßt auf die Augen ein jedes Kind
Und läßt sich die Händchen geben.
„Du liebes, du gutes Großmütterchen, du!
Wir bitten und betteln und quälen.
Wir lassen dich wahrlich nicht eher in Ruh’,
Du mußt uns ein Märchen erzählen!“
Großmütterchen sprach: „Nun wohl! Es sei!
Ein Neues erzähl’ ich euch heute.
Ernst geht es und spaßig her dabei.
Jetzt still, ihr kleinen Leute!“
Da schweigt das Vöglein; die Biene setzt
Sich still in die Blume tief innen.
Die Kinder lauschen tief athmend jetzt;
Großmütterlein will ja beginnen.

König Nußknacker und der arme Reinhold.

Weihnachtszeit, du goldne Zeit!
Bäume grünen weit und breit
Wie in warmen Frühlingstagen.
Und die Kinderherzen schlagen
In Beglückung
O wie fröhlich!
In Verzückung
O wie selig!
Schaut umher! es flimmern da,
Schaut umher, es schimmern da
Kerzen hell in dunkler Nacht,
Augen hell in Funkelpracht;
Denn es haben
All die Gaben
Reich und glänzend sich enthüllt
Und die Brust mit Lust erfüllt.
Dankend in der Eltern Arm
Drängt sich da der Kinder Schwarm.
Froher Jubel weit und breit!
Weihnachtszeit, du goldne Zeit!