Su blänkig usgeroß,

Do größt it in un säht zo im:

„Jo! wär et hät gewoßt!“

Ehr kölsche Mädchen, merkt üch dat,

Un sit mer nit so friet,

Gar mäncher hät et leid gedonn,

Dat lehrt vum Jan un Griet.“

Vom Altmarkt nehmen wir den Weg nach Westen zum Rathause ([Abb. 161]), einem interessanten, auf gewaltigem römischen Unterbau ruhenden Bauwerk, an dem besonders die zierliche, im Renaissancestil erbaute Vorhalle und der fünfstöckige Turm, der 1407 bis 1414 mit Strafgeldern der Adelsgeschlechter erbaut wurde, gelobt werden. In der Nähe liegt auch der Gürzenich, der alte Festsaal der Stadt Köln. Er wurde 1441 bis 1452 als „der Herren Tanzhaus“ errichtet. Sein Bau kostete damals 80000 Gulden. Viele große Feste wurden im Laufe der Jahrhunderte in ihm gefeiert. In der Zeit des Niederganges Kölns, im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert, geriet er so in Verfall, daß er nur noch als Lagerraum benutzt werden konnte, bis ihn in unserer Zeit die neu aufblühende alte Hansastadt nach gründlicher Wiederherstellung des Inneren 1857 wieder seiner früheren Bestimmung übergab.

Abb. 176. Barmen.
Nach einer Photographie von W. Fülle in Barmen. (Zu [Seite 178].)