Idisa = Itz. Früher hat man das Wort Itz vielfach auf wendischen Ursprung zurückgeführt, jedoch ist die Silbe als selbständiges Wort im Wendischen bezw. Slavischen nicht nachzuweisen. Die Slaven, in Deutschland vielfach Wenden genannt, bewohnten im 6. Jahrhundert u. a. die Gegend zwischen Thüringerwald und Main, also auch das Gebiet des heutigen Herzogtums Coburg. Der Name Wende = wind, mit einem deutschen Personennamen zusammengesetzt, findet sich südlich des Thüringer Waldes vielfach bei Ansiedelungen, in denen nach dem Zurückschlagen der Slaven unfreie, einem deutschen Herren unterworfene und zugehörige Wenden untergebracht waren. So entstand im Coburgischen Ottowind, dicht an der Grenze Rückerswind, Almerswind, Herbartswind, nicht weit von der Grenze Gundelswind, Poppenwind u. a. Die Endung itz in unseren Ortsnamen Creidlitz, Meischnitz, Mödlitz und in den uns mehr oder weniger benachbarten Mürschnitz, Schierschnitz, Käßlitz, Föritz, Köditz, Oberloquitz, Siegritz, Eichitz, Marktgölitz-Schwürbitz, Mitwitz, Redwitz, Kirchenlamitz, Teuschnitz u. v. v. a. wird gern als ein Rest ursprünglich slavischer Benennung bezw. für den Ort als ein Beweis slavischen Ursprungs angesehen. Wie schon erwähnt, bestreitet man bei dem selbständigen Wort Itz eine Abstammung aus dem Slavischen und nimmt eine Ableitung aus dem Deutschen an. »Die ältesten überlieferten Formen des Namens lauten Itesa (Schannat, corpus traditionum Fuldensium), um 1071 Itisa (Sprenger, Banz 1050–1251), um 1227 Ytisa und Itysa (Sprenger, Banz). Slavischen Charakter tragen diese Formen nicht, vielmehr lassen sie mit Wahrscheinlichkeit eine Erklärung aus dem Deutschen zu, indem das Wort als ein Kompositum aus ahd. itis und aha betrachtet werden kann. Itis (starkes Femininum) bedeutet eine hehre, ehrwürdige Frau; nach Grimm, Mythol. 372 scheint es schon in frühster Zeit gleich dem griechischen νύμφη (Nymphe) vorzugsweise auf übermenschliche Wesen angewandt worden zu sein, die geringer als Göttinnen, höher als irdische Frauen angesehen wurden. Vergleiche auch den Merseburger Zauberspruch, der beginnt: eiris sâzun idisî … (= einst setzten sich Idise). Aha ist schon früh in einfaches a übergegangen, wie denn z. B. Steinaha (die Steinach) im 10. Jahrhundert Steina heißt …« – Siehe auch Anm. Werra, Seite 28. – »Danach bedeutete Itisaha, Itisa das Wasser göttlicher Jungfrauen«. (Dr. F. Riemann, die Ortsnamen des Herzogtums Coburg.)

Druck: Union, Coburg.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

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Korrekturen:

S. 30: Wustung → Wüstung
Hohenstein gibt es eine [Wüstung] Wolfersdorf