Stelzen. Die Annahme, daß der Ortsname von den daselbst aufbewahrten Krücken, Stöcken, Stelzbeinen herkommen kann, wird bestärkt durch die Tatsache, daß noch bis zum Jahre 1830, in dem eine umfassende Reparatur der Kirche vorgenommen wurde, Stelzen u. s. w. auf dem Kirchboden des Ortes als für den Ortsnamen charakteristische Wahrzeichen aufbewahrt wurden.

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Eisenindustrie im Hüttengrund. Schon im 15. Jahrhundert führte der zwischen Köppelsdorf und Blechhammer sich hinziehende Teil des Steinachtales auf eine Stunde lang den Namen Hüttengrund. Die Bewohner, die in ihren einzeln oder zerstreut liegenden, zuweilen auch in kleinen Gruppen zusammenstehenden Häusern bis 1848 eine Gemeinde für sich bildeten, hatten schon frühzeitig gelernt, das im Thüringer Wald gewonnene Eisen in Eisenhämmern, Blechhämmern u. a. Werken in verschiedenster Weise zu verarbeiten. Der Bergbau in Thüringen läßt sich im allgemeinen etwa bis zum Jahre 1000 zurück nachweisen; der Sage nach soll man bei Schmalkalden allerdings schon im 4. Jahrhundert Erzlager gefunden und deren praktische Ausnutzung gekannt haben. In der frühesten Zeit wurden Abbau, Schmelzen und Verarbeiten des Eisens oft von ein und derselben Person, meist von einem Schmiede im Walde, betrieben. Er grub sein Eisen selbst, schmolz es im Holzkohlenfeuer und gab ihm unter dem Druck der vom reißenden Waldbach in Betrieb gesetzten Hämmer die gewünschten Formen.

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Vierzehnheiligen, das »fränkische Mekka«, ist noch heutzutage einer der Hauptwallfahrtsorte Bayerns. An den Hauptfesttagen »Himmelfahrt« und »Peter-Paul« (29. Juni) soll sich die Zahl der Wallfahrer schon auf 50000 belaufen haben. Die wunderbare Erscheinung des von vierzehn Heiligen umgebenen Christuskindes, die ein junger Schäfer um 1445 gesehen haben will, gab dem Abt von Langheim Veranlassung zur Gründung der ersten Kapelle, die mit reichem Ablaß begnadet wurde. Im Jahre 1485 pilgerte Kaiser Friedrich III., 1518 Albrecht Dürer, 1562 Kaiser Ferdinand I. zu den vierzehn heiligen Nothelfern, von deren Wundertätigkeit zahllose Stiftungen in einer Seitenkapelle der Kirche Zeugnis geben sollen.

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Kissingen, an der fränkischen Saale am Fuß der Ruine Bodenlaube, jetzt Weltbadeort, verdankt seine Begründung dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, geboren 1544.

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Der Schauplatz der Sage ist heute ein von Buchen, Fichten und Edeltannen beschattetes, freies, lauschiges Plätzchen am Fuße des Bleßbergwaldes. Bänke stehen ringsum, eine einfache Kanzel über der niederen Grotte weist auf irgend ein frommes Fest (Gustav-Adolf-Fest, Missionsfest u. dergl.) hin, das an dem alten Heiligtum abgehalten wurde. In früherer Zeit, bis 1750, standen am Eingang zur Grotte vier mächtige uralte Linden, deren Alter auf tausend Jahre geschätzt wurde, und die Annahme, daß schon in alter Heidenzeit hier eine den Göttern geweihte Stätte bestanden hat, ist nicht direkt von der Hand zu weisen.

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