Plötzlich verstummte der Gesang. Auf dem Felsen der Quelle fing eine große, große Glockenblume an wie eine Kirchenglocke bim baum, bim baum! Dann teilte sich der Felsen, und heraus stieg eine Frau, blendend weiß wie Kirschblüt und umhüllt mit einem Schleier von farrengrüner Seide. Die ließ ein wundersames Lied ertönen, aus dem Elis nur vernahm, daß sie tiefunglücklich sei, weil sie in ihrem Felsenschloß nicht eher Ruhe finde, bis sie den Menschen eine Wohltat erzeigt habe, und deutlich hörte er den Sang:

»Der Quell aus meines Berges Grund

Macht kranker Menschen Leib gesund;

Steigt keiner noch in meine Flut,

Daß Idisa auf ewig ruht?«

An wen sollte Elis schneller denken, als an seinen kranken Vater! Er will aufspringen, der Fee zu danken für die offenbarte Zauberkraft, für die verheißene Wundergabe. Da gewahren ihn die Nixen, die während des Gesanges der Idisa mucksmäuschenstill dagesessen haben. Sie springen auf, fassen seine Hände und Holdiri, holdira singt es und klingt es wie zuvor. Alle scharen sich um den schmucken Knaben, denn noch nie haben sie ein ähnliches Wesen geschaut. Auch Idisa wird den Knaben gewahr. Wieder läutet die große, blaue Glockenblume bim baum, die Nixen verstummen, und die Fee lächelt süß und selig. Wie zum Dank streckt sie dem Knaben den schneeigen Arm entgegen und spricht:

»Du hast Frau Idisa geschaut

Das Heil des Quells ist dir vertraut,

Nun find’ ich Ruh’, durch dich befreit,

Hab’ Dank, hab’ Dank in Ewigkeit!«