„Davon weiß ich nichts,” beteuerte sie ernsthaft. Eine leichte Röte belebte ihre matten Farben. Sie erinnerte sich des Namens nicht. Sie kannte nur die Herren, die als Hörer des Geheimrats ein- oder zweimal im Jahr zur Abfütterung kamen, und auch diese nur flüchtig, denn solche offiziellen Gesellschaften pflegten für sie fast immer eine Qual zu sein, die sie nur auf Papas ausdrücklichen Wunsch ertrug.
„Was ist er denn?” platzte Elli hervor, die ihre Neugier nicht mehr bemeistern konnte. „Philolog oder Jurist oder —”
„Immer fein geduldig, Kleinchen! Bring mir meine Zigarren!”
Elli beeilte sich, die Kiste vor ihn hinzustellen. Erwartungsvoll blieb sie neben ihm stehen.
„Wo will er denn Marga kennen gelernt haben?” konnte nun auch die besonnene Käthe sich nicht enthalten zu fragen. Daß Marga einen Herrn kennen sollte, den sie und Elli nicht kannten, das war etwas zu Außergewöhnliches.
„Du hältst mich zum besten, Papa,” erklärte Marga bestimmt.
„Oho! Objektive, geschichtliche Tatsache! Quelle unanfechtbar!” Der alte Herr hatte sich die lange Holländerin angesteckt und blies den Rauch von sich. Er weidete sich an der Neugier seiner Mädels und gefiel sich darin, sie noch höher zu spannen. „Übrigens ein schrecklicher Modejüngling,” setzte er nach einer Pause seine Mitteilungen fort.
„Ein Modejüngling — und Marga!” rief Elli lachend. Käthe lachte mit, und auch Marga schüttelte mit leisem Lächeln von neuem den Kopf.
„Er ist, glaube ich, Mediziner.”
„Mediziner?” klang es dreifach noch ungläubiger zurück.