„Laß gut sein, Elli!” mahnte Marga versöhnlich.
„Jawohl! Ich finde, wir sind ihr einen Strahl kalten Wassers auf diesen Schreibebrief einfach schuldig! Wir sind doch schließlich keine Wickelbabys mehr! Von mir will ich noch nicht mal reden, aber du — du bist doch jetzt so gut wie Braut, Marga —”
„Sag' so was nicht, Elli!” wehrte Marga ernsthaft. „So weit sind Perthes und ich noch nicht! Du weißt, wir haben uns streng versprochen, es nur erst miteinander zu versuchen.”
„I — was! ‚Ein Versuch führt zu dauernder Kundschaft‛, heißt's im Reklamestil!” erklärte Elli mit überzeugtem und überzeugendem Lachen. „So ähnlich war es mit mir und Wilkens auch; man verspricht sich zuerst, haarsträubend brav und zurückhaltend und vernünftig zu sein, und nachher —”
„Schwatz' doch keinen Unsinn, Kleinchen — ich bitt' dich!”
„Kleinchen! Kleinchen! Das mag ich schon gar nicht mehr hören! Und daß es geschrieben wird, verbitt' ich mir endgültig. Das werd' ich Käthe schreiben. Und —”
„Ich glaube, du schreibst besser an Papa, und nachher diktiere ich dir einen Brief für Käthe.”
Elli legte Marga ihre beiden Hände auf die Schultern, sah so wehmütig drein, als es ihre lachenden Augen tun wollten, und wiegte den lockigen Kopf mitleidig von einer Schulter zur anderen: „Marga, Marga, mit dir geht's bergab! Seit Freitagabend überfließt du von lauter Zuckerwasser! Hätt' ich das gewußt, wär' ich eher in den Garten gekommen! Da hättet ihr euch die Umarmung malen können! Und die ganze Verlob—”
„Elli!” rief Marga aufgebracht und hielt der Schwester den Mund zu.
„Stell' dich nur recht tugendsam!” neckte das Kleinchen weiter. „Ich kenne dich jetzt! Ich werde deinem Max erzählen —”