„Allmächtiger!” entfuhr es dem Leutnant in komischer Verzweiflung.
Frau Hupfeld schnellte mit allen Zeichen der Angst von ihrem Sitz in die Höhe. „Oh — was Sie sagen, Karl!” stammelte sie. Sie sah wirklich bemitleidenswert aus.
Cousine Hilla biß auf ihre Serviette, um nicht von neuem herauszulachen. Alice schnitt eine Grimasse. Perthes fixierte standhaft den zierlichen Rand seines Tellers, denn wenn er bis jetzt als Gast des Hauses seinen Lachmuskeln eine peinliche Reserve auferlegt hatte, diese im Ton einer antiken Schicksalsverkündigung vorgetragene Gewittermeldung drohte seine Kraft zu übersteigen.
Der Geheime Rat blieb ernst. „Es wird ja so schlimm nicht sein!” redete er begütigend seiner Frau zu.
Aber für Frau Hupfeld gab es, nachdem sie sich vom ersten Entsetzen erholt, kein Halten. „Herr Doktor Pätel — Sie müssen mich entschuldigen — ich kann nun mal nichts dafür!” erklärte sie mit hastiger Verlegenheit. „Nein — und ich wollte noch von der wundervollen Ananas essen! Stellen Sie sie für mich zurück, Karl! Und Annette soll auf mein Zimmer kommen. Sie muß mir die Laden schließen. Johann auch!”
Schon war sie, ihre beleibte kleine Person mit erstaunlicher Elastizität vorwärtsschiebend, aus dem Saal geflohen, um in ihrem Schlafzimmer unter Beihilfe der verfügbaren Dienstboten die nötigen verdunkelnden Vorbereitungen zu treffen.
Das Gleichgewicht der Tafel war gestört.
Exzellenz — seine Verstimmung in eine gesteigerte, über die Kleinigkeiten des Tages erhabene Hoheit hüllend — hielt es für angebracht, die Mahlzeit nicht mehr über Gebühr zu verlängern.
Er stand denn auch bald auf und gab so das Zeichen der Befreiung vom Tischzwang. Die Herren begaben sich in die Bibliothek. Während der Leutnant den mit Silber eingelegten Zigarrenschrank herbeiholte und Perthes mit den unterschiedlichen Vorzügen der Importen bekannt machte, zog Hupfeld sich stillschweigend zu einer kleinen Mittagsruhe zurück.
Alice und Hilla traten unter die Tür der Bibliothek.