„Hilla will mal meine Iltismama besehen. Kommst du mit, Säbelmännchen?” Alice richtete ihre Aufforderung absichtlich nur an ihren Bruder, als existierte Perthes gar nicht.

„Das hängt von Herrn Doktor Perthes ab,” erwiderte der Leutnant, den Zug seiner Zigarre prüfend.

„Bah — es fragt sich sehr, ob wir Herrn Perthes nach der famosen ‚Abfuhr‛ an Alli überhaupt noch dazu einladen!” erklärte Fräulein Hilla mit schnippischer Promptheit.

„Dann müßt ihr auf meine Gesellschaft auch verzichten, Hillchen!” gab Leutnant Moritz ritterlich zurück.

Alice maß Perthes über ihre Schulter weg mit dem ihr eigenen Blick vom Fuß zum Kopf.

„Bitte sehr, sich durch mich nicht bestimmen zu lassen. Unser Tierpark im Bakteriologischen Institut war so reichhaltig, und ich bin so froh, ihn los zu sein, daß ich auf Iltismütter keinen besonderen Wert lege.” Perthes sprach mit aller ihm zu Gebot stehenden Gelassenheit, ohne Alices Blick zu vermeiden. Dabei mußte er allerdings die zartgewickelte Zigarre beinahe zwischen seinen Fingern zerdrücken, so sehr reizte ihn Alices Benehmen.

„Stolz lieb' ich den Spanier!” bemerkte sie leichthin; aber ihre Mundwinkel zuckten mehr nervös als spöttisch, und ihre Absätze klappten stärker auf den Boden, als nötig war. Seine Sprödigkeit machte sie kampflüstern. Sie wäre jetzt am liebsten dageblieben, um es gleich darauf ankommen zu lassen, wer Sieger blieb. Doch Hilla zog sie energisch aus der Tür.

„Hat dein Papa immer so verdrehte Assistenten?” fragte die Cousine laut genug, daß man es noch in der Bibliothek hören konnte.

„Schweig! Das verstehst du nicht!” herrschte Alice sie an.

Hilla sah ihr ganz betroffen in die funkelnden Augen.